NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

NIEDERLANDE

Katholische Kirche ließ

angeblich Jungen kastrieren

Amsterdam - Die katholische Kirche in den Niederlanden soll in den 1950er Jahren mehrere Jungen kastriert haben lassen, um ihre angeblichen homosexuellen Neigungen zu „heilen“. Wie die Zeitung „NRC Handelsblad“ berichtet, seien die betroffenen Minderjährigen zuvor in katholischen Schulen und Internaten sexuell missbraucht worden. Mindestens zehn solcher Fälle seien bekannt. Die Kastration soll auch Strafe für Kinder gewesen sein, die den Missbrauch meldeten. Die Opposition im Parlament beantragte eine Untersuchung der Vorwürfe. dpa

GRIECHENLAND

Finanzminister Venizelos

neuer Parteichef der Sozialisten

Athen - Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos soll die Sozialisten in den bevorstehenden Wahlkampf führen. Zehntausende Mitglieder der Pasok-Partei, etwa 97 Prozent, stimmten am Sonntag für den 55-Jährigen, der einziger Kandidat war. Die Partei liegt in Umfragen deutlich hinter den Konservativen. Venizelos spielte eine Schlüsselrolle in den Verhandlungen zum Hilfspaket für das hochverschuldete Land. Nun soll er sein Amt aufgeben, um sich auf die Wahl zu konzentrieren. Sie soll Ende April oder Anfang Mai stattfinden.rtr/dpa

AFGHANISTAN

Parlament: US-Amokläufer

kein Einzeltäter

Kabul - Nach dem Massaker an Zivilisten im südafghanischen Kandahar geht das Parlament in Kabul entgegen der Darstellung der US-Armee nicht von einem Einzeltäter aus. Der örtliche Abgeordnete Nahim Lalai Hamidsai sagte, alle Zeugen hätten von 15 bis 20 Mann gesprochen. Bei dem Massaker waren am Sonntag vergangener Woche nach afghanischen Regierungsangaben 16 Zivilisten getötet worden, darunter neun Kinder. Der tatverdächtige 38 Jahre alte Unteroffizier Robert Bales soll inzwischen in einem US-Militärgefängnis sein. Kabul hatte ein Verfahren in Afghanistan verlangt. dpa

OSTTIMOR

Friedensnobelpreisträger Horta

als Staatspräsident abgewählt

Díli - Bei der Präsidentenwahl in Osttimor ist Amtsinhaber José Ramos-Horta nach Auszählung des Großteils der Stimmen in der ersten Runde ausgeschieden. Der Friedensnobelpreisträger sei bei der Wahl am Samstag mit nur 18 Prozent der Stimmen auf dem dritten Platz gelandet, sagte ein Mitglied der Wahlkommission. Demnach ziehen der Oppositionsführer Francisco „Lu Olo“ Guterres, der von der regierenden Mitte-Links-Partei CNRT unterstützt wurde, und der frühere Armeechef Taur Matan Ruak in die Stichwahl Mitte April. Das Endergebnis wird erst in einigen Tagen erwartet. Ramos-Horta hatte 2007 die Wahl gegen Guterres mit 69 Prozent der Stimmen gewonnen, doch wurde damals er von der CNRT unterstützt. Zehn Jahre nach der Unabhängigkeit Osttimors waren rund 600 000 Bürger zur Wahl aufgerufen. Osttimor war bis 1975 rund 400 Jahre lang portugiesisch. Danach besetzte Indonesien das Land. Nach einem Befreiungskampf mit rund 200 000 Toten wurde Osttimor 2002 endgültig unabhängig. AFP/dpa

INDIEN

Maoisten entführen erstmals ausländische Urlauber

Neu Delhi - Maoistische Rebellen in Indien haben erstmals ausländische Touristen entführt. Nach Angaben der Polizei vom Sonntag handelte es sich um zwei Italiener, die in der Nacht zuvor im ostindischen Bundesstaat Orissa verschleppt worden waren. Das Außenministerium in Rom bestätigte die Entführung. Maoisten entführen in der Regel Beamte oder Polizisten. Sie kämpfen seit den 1960er Jahren gewaltsam für ein Ende der parlamentarischen Demokratie und für eine kommunistische Herrschaft. dpa

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