NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

NIEDERLANDE

UN-Prozess gegen Mladic

bis auf Weiteres ausgesetzt

Den Haag - Der Kriegsverbrecherprozess gegen den früheren bosnisch-serbischen Militärführer Ratko Mladic (70) ist auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Einen Tag nach Prozessbeginn sagte der Vorsitzende Richter des UN-Tribunals, Alphonse Orie, die Anklagevertreter hätten Fehler bei der Offenlegung von Beweisen für die Verteidigung gemacht. Die Anklage muss Mladics Anwälten Einsicht in alle ihre Beweise gewähren. Mladic werden Völkermord sowie Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkrieges (1992–1995) zur Last gelegt. Insgesamt liegen elf Anklagepunkte gegen ihn vor. Der Exgeneral wird vor allem für das Massaker von Srebrenica verantwortlich gemacht, bei dem 1995 rund 8000 muslimische Jungen und Männer ermordet wurden. „Wir können niemals diesen Horror begreifen“, sagte Staatsanwalt Peter McCloskey am zweiten Prozesstag. Bei der Schilderung der unfassbaren Verbrechen stockte ihm immer wieder die Stimme. Der angeklagte Militärchef der bosnischen Serben in den 90er Jahren kommentiert die Anklageschrift immer wieder mit verneinendem Kopfschütteln oder abschätzigem Lächeln. dapd/dpa

UKRAINE

Timoschenko lässt sich

doch wieder behandeln

Kiew - Die in Haft erkrankte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko (51) lässt sich wieder medizinisch behandeln. Sie hatte die Therapie im Krankenhaus am Dienstag aus Protest gegen die Veröffentlichung ihres Pflegeplans abgebrochen. Der Neurologe Lutz Harms von der Charité habe die Oppositionsführerin überzeugt, die Therapie fortzusetzen, teilte das Gesundheitsministerium der Ex-Sowjetrepublik mit. Der Neurologe sollte nach Angaben der Charité noch am Donnerstag nach Berlin zurückkehren. Eine Reha-Expertin werde von Montag an die Behandlung fortsetzen. Ob Timoschenko wegen ihres Bandscheibenvorfalls operiert werden muss, ist laut den Berliner Ärzten noch unklar. dpa

TÜRKEI

Israelisches Flugzeug

über Nordzypern abgedrängt

Ankara - Ein israelisches Flugzeug hat nach Angaben aus Ankara den Luftraum über dem von den türkischen Streitkräften kontrollierten Norden Zyperns verletzt. Zwei türkische Kampfflugzeuge vom Typ F-16 hätten die israelische Maschine am Montag zum Verlassen des Luftraums gezwungen, erklärten die Streitkräfte am Mittwochabend. Nähere Einzelheiten wurden nicht genannt. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind wegen des israelischen Verhaltens gegenüber den Palästinensern und Erdgasfunden im Mittelmeer zwischen Zypern und Israel gespannt. Die Türkei lehnt Probebohrungen ab. Die Bohrungen missachten nach Lesart Ankaras die Rechte der türkischen Zyprer auf der geteilten Insel. dapd

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