NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

DEUTSCHLAND

Ikea prüft seine Rolle

im DDR-Zwangsarbeitssystem

Hofheim-Wallau - Das schwedische Möbelunternehmen Ikea will Licht in seine Rolle im Zwangsarbeitssystem der DDR bringen. Die Firma hat dazu nach eigenen Angaben vom Montag eine Hotline (0800- 0007303) eingerichtet, unter der sich Menschen melden und zur Aufklärung beitragen können. Der Konzern erhofft sich dadurch ein möglichst vollständiges Bild, inwieweit etwa politische Gefangene in der DDR zur Produktion von Ikea-Produkten herangezogen wurden. Neben Ikea wird auch anderen Firmen vorgeworfen, in den 60er bis 80er Jahren in der DDR in Kauf genommen zu haben, dass Gefangene Produkte für den Westmarkt produzieren. dapd

UKRAINE

Amtsarzt soll Timoschenko untersuchen

Kiew - Die in Haft erkrankte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko ist nicht zu ihrem zweiten Prozess erschienen und muss sich nun von einem Amtsarzt untersuchen lassen. Die Entscheidung eines Gerichts in der Stadt Charkow am Montag gilt als Rückschlag für Timoschenko, die ukrainischen Medizinern misstraut und sich von deutschen Spezialisten behandeln lässt. Der Richter setzte die nächste Verhandlung für den 10. Juli an, wie Medien berichteten. Die 51-jährige Oppositionsführerin weigerte sich aufgrund eines Gutachtens des Neurologen Professor Karl Max Einhäupl von der Berliner Charité, an dem Verfahren wegen Steuerhinterziehung und Veruntreuung teilzunehmen. Einhäupl hatte Timoschenko am Wochenende erneut in einem Krankenhaus in Charkow untersucht. Ein Transport der Angeklagten von der Klinik in den Gerichtssaal würde nach Ansicht Einhäupls den Therapieerfolg zunichte machen. Timoschenko drohen wegen der Vorwürfe aus den 1990er Jahren zwölf weitere Jahre Haft. Die Anführerin der prowestlichen Orangenen Revolution von 2004 soll als Chefin eines Energiekonzerns durch illegale Finanztransaktionen einen Millionenschaden für den Staat angerichtet haben. dpa

SUDAN

Präsident: Kein Arabischer Frühling in meinem Land

Khartum - Der autokratisch regierende sudanesische Präsident Omar al Baschir rechnet nicht mit einem Aufstand nach dem Vorbild des sogenannten Arabischen Frühlings in seinem Land. Die Proteste gegen seine Führung und die hohen Lebenshaltungskosten in dem nordostafrikanischen Staat, die Baschir gewaltsam unterdrücken lässt, hätten mit der Entwicklung in anderen Ländern der Region nichts gemein, sagte der Staatschef am späten Sonntagabend. „Es sind nicht viele Menschen, die Reifen anzünden, und sie suchen nur Krawall“, führte er aus. An den seit Mitte Juni immer wieder stattfindenden Demonstrationen im Sudan seien nur etwa tausend Studenten beteiligt, sagte Baschir. Die Proteste in seinem Land waren heftiger geworden, nachdem die Regierung am 18. Juni harte Sparmaßnahmen verkündet hatte, die zu einem weiteren Anstieg der Inflation führen könnten. Die Teuerungsrate lag im Mai bei rund 30 Prozent. Baschir wird vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der westsudanesischen Krisenregion Darfur gesucht. AFP

GROSSBRITANNIEN

Assange will Garantien, dass USA nicht gegen ihn prozessieren

London - Der Wikileaks-Mitbegründer Julian Assange hat diplomatische Garantien dafür gefordert, dass ihm bei einer Auslieferung von Großbritannien an Schweden nicht in einem zweiten Schritt der Prozess in den USA gemacht wird. Der Australier erklärte der Zeitung „Sydney Morning Herald“, er sei bereit, sich in Schweden wegen der ihm zur Last gelegten Sexualdelikte befragen zu lassen. In dem aus der ecuadorianischen Botschaft geführten Gespräch äußerte Assange aber zugleich die Befürchtung, dass Schweden ihn an die USA ausliefern könnte. Dort könnte er wegen der Enthüllungen durch seine Website Wikileaks verfolgt werden. Um letztlich einer Überstellung an die USA zu entgehen, hat er in der Botschaft Ecuadors in London Zuflucht gesucht. AFP

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