NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

KUBA

Oppositionelle vorübergehend

in Haft genommen


Havanna - In Kuba haben die Behörden erneut mehr als 20 Regimekritiker vorübergehend festgenommen, darunter die Bloggerin Yoani Sánchez und den Dissidenten Guillermo Fariñas. Das teilte der Vorsitzende der Kubanischen Menschenrechtskommission, Elizardo Sánchez, mit. Sánchez wurde nach mehreren Stunden wieder freigelassen, wie sie in ihrem Blog mitteilte. Über den Verbleib der übrigen Oppositionellen machte sie keine Angaben. Die Dissidenten hatten am Donnerstag in einem Polizeirevier versucht, sich für die festgenommene Anwältin Yaremis Flores einzusetzen, die Oppositionelle verteidigt. Sánchez ist die derzeit bekannteste Persönlichkeit der Opposition in Kuba. Zuletzt war sie am 5. Oktober festgenommen worden. dpa

ARGENTINIEN

Hunderttausende protestieren

gegen Kirchner-Regierung

Buenos Aires - In Argentinien haben landesweit mehr als eine Million Menschen gegen die Politik der Regierung von Präsidentin Cristina Kirchner demonstriert. Vor allem in den Großstädten gingen die Menschen am Donnerstag auf die Straßen und klapperten lautstark mit Kochtöpfen. Mit dem Lärm der sogenannten „Cacerolazos“ protestierten sie gegen die zunehmende Kriminalität und Korruption, aber auch gegen eine dritte Amtszeit der Präsidentin. Es waren die größten Proteste seit Beginn der Kirchner- Ära 2003, schrieb die Tageszeitung „La Nación“. Bis 2007 war der inzwischen gestorbene Néstor Kirchner Präsident, dann folgte seine Ehefrau Cristina, die im vergangenen Jahr wiedergewählt wurde. epd

ÄGYPTEN

Großdemonstration für Einführung islamischen Rechts

Kairo - Mehr als 10 000 ultrakonservative Muslime haben am Freitag auf einer Kundgebung in Ägypten die Verankerung des islamischen Rechts, der Scharia, in der Verfassung des Landes gefordert. Auf dem zentralen Tahrir-Platz in der Hauptstadt Kairo wehten schwarze Flaggen der Islamisten. In Sprechchören forderten sie „das Recht Gottes“. Hintergrund ist ein Streit zwischen den Islamisten und den liberalen Kräften über die neue Verfassung. Es geht vor allem um die Stellung der Religion im ägyptischen Recht. Die beiden einflussreichsten Parteien des Landes, die Muslimbruderschaft und die Partei des Lichts, eine radikale Salafisten-Gruppe, kündigten an, sich nicht an der Kundgebung zu beteiligen. Doch viele ihrer Anhänger nahmen dennoch daran teil. dapd

PAKISTAN/GROSSBRITANNIEN

Unterstützer fordern Nobelpreis

für Kinderaktivistin Malala

London - Mehr als 80 000 Menschen haben bis Freitag in einer Petition den Friedensnobelpreis für die bei einem Taliban- Überfall lebensgefährlich verletzte pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai gefordert. Die 15-Jährige spreche im Namen aller, die wegen ihres Geschlechts von Bildung ausgeschlossen würden, sagte die britische Petitionsführerin Shahida Choudhary. Mit der Aktion sollen Regierungschef David Cameron und andere Politiker aufgefordert werden, das Mädchen für den Preis vorzuschlagen. Yousafzai dankte derweil ihren Unterstützern. Sie sei „beeindruckt, dass Männer, Frauen und Kinder auf der ganzen Welt sich für ihr Wohlergehen interessieren“, erklärte ihr Vater Ziauddin Yousafzai. AFP

CHINA

Unruhen nach Selbstverbrennungen in Tibet

Peking - Nach sechs Selbstverbrennungen von Tibetern aus Protest gegen die chinesische Herrschaft sind in Westchina schwere Unruhen ausgebrochen. Tausende Tibeter, darunter viele Jugendliche, demonstrierten am Freitag im Kreis Tongren in der Provinz Qinghai, wie die exiltibetische Regierung aus Indien und örtliche Bewohner telefonisch berichteten. Auf dem 18. Parteitag der chinesischen Kommunisten in Peking erhoben Funktionäre aus Tibet schwere Vorwürfe gegen den Dalai Lama. Das religiöse Oberhaupt der Tibeter stecke hinter den Selbstverbrennungen, hieß es. Wer dazu anstifte, stehe nach chinesischen Gesetz unter „Mordverdacht“, sagte der Vizegouverneur Tibets, Losang Gyaltsen, vor Journalisten. dpa

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