NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

CHINA

Drei Jahre Haft für Neffen

von Bürgerrechtler Chen

Peking/Berlin - Der Neffe des blinden chinesischen Bürgerrechtlers Chen Guangcheng, der im Mai nach einem diplomatischen Tauziehen in die USA ausreisen durfte, ist am Freitag zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Ein Kreisgericht befand den 33-jährigen Chen Kegui der absichtlichen Körperverletzung für schuldig, wie der befreundete Dissident Hu Jia über Twitter berichtete. Bei den Hausdurchsuchungen nach der Flucht seines Onkels in die US-Botschaft nach Peking hatte sich Chen Kegui gewaltsam gegen angeheuerte Wachleute gewehrt. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, kritisierte: „Das Urteil gegen Chen Kegui ist ein erheblicher Rückschritt für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit in China.“ dpa/Tsp

PAKISTAN

Kabul bittet um Freilassung

aller afghanischen Taliban

Islamabad - Die afghanische Regierung hat Pakistan um die Freilassung aller in dem Nachbarland inhaftierten afghanischen Taliban gebeten. Mit dem Schritt solle ein Verhandlungsprozess mit den Aufständischen gefördert werden, sagte der afghanische Außenminister Salmai Rassul am Freitag bei einem Besuch in Islamabad. „Wir wollen, dass alle afghanischen Taliban in ihr Land zurückkehren, am verfassungsgemäßen politischen Prozess teilhaben und ihre Rolle beim weiteren Aufbau und der Entwicklung unserer Nation spielen.“ Die afghanischen Taliban lehnen Verhandlungen mit der Regierung von Präsident Hamid Karsai bislang kategorisch ab. dpa

USA

Mutmaßlicher Wikileaks-Maulwurf fühlte sich „wie ein Tier im Käfig“

Washington - Mit schweren Vorwürfen gegen die US-Justiz hat sich der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning erstmals seit seiner Verhaftung zu Wort gemeldet. Vor einem Militärgericht im Staat Maryland prangerte er am Donnerstag (Ortszeit) die Haftbedingungen nach seiner Festnahme im Mai 2010 an. Er habe sich gefühlt wie ein Tier im Käfig und häufig „an Selbstmord gedacht“, sagte der blasse 24-Jährige. In Quantico sei er täglich 21, manchmal auch 23 Stunden ohne jede Gesellschaft gewesen, zitierte ihn CNN. Anfangs habe man ihm seine Brille weggenommen, ohne die er nicht sehen könne. Wenn er geschlafen habe, dann immer mit Licht außen vom Flur in seinen Augen. dpa

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