NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

INDIEN

Polizei: Vergewaltiger planten

ihre Tat exakt

Neu-Delhi - Die Angeklagten im indischen Vergewaltigungsprozess haben ihre Tat nach Erkenntnissen der Polizei genau geplant und gezielt nach einem Opfer Ausschau gehalten. Wie aus einem Polizeibericht hervorgeht, trafen sich die sechs Männer am Abend des 16. Dezember zum Essen in einem Slum im Süden Neu-Delhis. Das Todesurteil für das Opfer, so heißt es in dem Bericht, sei zu dem Zeitpunkt bereits gefällt worden. Die Studentin war zwei Wochen nach der Tat ihren Verletzungen durch die mehrfachen Vergewaltigungen und Drangsalierungen mit einer Eisenstange erlegen. In dem mehr als 600 Seiten starken Bericht sind Geständnisse, Zeugenaussagen und medizinische Berichte enthalten, die die Schuld der Angeklagten beweisen sollen. Nach der Tat habe der mutmaßliche Anführer der Gruppe, der Fahrer des Busses, das Fahrzeug mit der Kleidung des Opfers reinigen wollen. Diese und weitere Beweise habe er verbrannt. Unterdessen hat das Verfassungsgericht der Regierung mangelnden Schutz von Frauen in der Hauptstadt Neu-Delhi vorgeworfen. Das Gericht beschäftigte sich mit einer Petition von Jurastudenten, die unter anderem ein schärferes Vorgehen gegen private Busbetreiber forderten. Das Gericht wies die Regierung an, Stellung zu der Petition zu beziehen.rtr/dpa

PAKISTAN

Sunnitische Gruppe bekennt sich

zu Selbstmordattentat

Quetta - Nach dem Selbstmordanschlag auf einen Billardklub im Südwesten Pakistans hat sich eine sunnitische Extremistengruppe zu der Tat mit 92 Todesopfern und 121 Verletzten bekannt. Nach neuen Angaben starben am Donnerstag insgesamt 125 Menschen bei Anschlägen in Pakistan. Die sunnitische Extremistengruppe unterhält Verbindungen zu Al Qaida und den Taliban. Wenige Stunden vor den Selbstmordanschlägen waren bei einem Bombenangriff auf ein Fahrzeug der Grenzschutztruppen in Quetta elf Menschen getötet und 27 weitere verletzt worden. Im Swat-Tal im Nordwesten des Landes starben bei einem Bombenanschlag auf eine religiöse Veranstaltung 22 Menschen, mehr als 80 weitere wurden verletzt. Beobachter warnten davor, dass islamistische Gewalt die für Mai vorgesehene Parlamentswahl gefährden könne. Am Freitag riefen Schiitenführer die Armee zu Hilfe. Das Militär müsse zum Schutz der Minderheit die Kontrolle der Provinzhauptstadt Quetta übernehmen, forderten sie.AFP/rtr

Islamabad bestellt

indischen Botschafter ein

Islamabad - Nach dem jüngsten tödlichen Zwischenfall an der Demarkationslinie in Kaschmir hat Pakistan am Freitag den indischen Botschafter in Islamabad einbestellt. Die Atommächte Pakistan und Indien werfen sich seit Sonntag gegenseitig massive Verletzungen des Waffenstillstands in Kaschmir mit jeweils zwei getöteten Soldaten vor. Das indische Außenministerium hatte Pakistans Botschafter Salman Bashir am Mittwoch einbestellt. Die indische Armee teilte am Freitag mit, pakistanische Truppen hätten am Vorabend erneut indische Stellungen an der Demarkationslinie (LOC) beschossen. Indische Soldaten hätten das Feuer erwidert. Berichte über Opfer bei dem fünfstündigen Gefecht lägen nicht vor. Zuvor hatte Pakistan Indien vorgeworfen, am Donnerstag ohne Anlass das Feuer eröffnet und einen Soldaten getötet zu haben. Die indische Armee wies das zurück. Es war der dritte tödliche Zwischenfall in nur fünf Tagen. dpa

FRANKREICH

Kurdische Aktivistinnen durch mehrere Kopfschüsse getötet

Paris - Die Mörder der drei am Donnerstag in Paris getöteten kurdischen Aktivistinnen haben ihren Opfern mehrfach in den Kopf geschossen. Dies ergab die Obduktion der Leichen, wie die französische Nachrichtenagentur AFP am Freitag berichtete. Unter den Opfern ist auch Sakine Cansiz, ein Gründungsmitglied der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK). Bereits am Donnerstag hatten die Ermittler darauf hingewiesen, dass die Tat an eine Hinrichtung erinnere. Die Hintergründe waren auch am Freitag noch völlig unklar. dpa

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