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Nachrichten-Ticker zum Gaza-Konflikt : Hamas-Sprecher verkündet Waffenruhe

Während Hamas und Israel sich intensiv auf einen Bodenkrieg vorbereiten, ist hinter den Kulissen offenbar ein Waffenstillstandsvertrag ausgearbeitet worden. Ein Hamas-Sprecher bestätigte nun Medienberichte, wonach die Waffen bereits heute Abend schweigen sollen. Verfolgen Sie die Ereignisse im Nachrichten-Ticker

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An der Grenze zum Gazastreifen: Israelische Soldaten im Einsatz.
An der Grenze zum Gazastreifen: Israelische Soldaten im Einsatz.Foto: Reuters

Es wäre der Durchbruch nach tagelangen militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen. Die radikalislamische Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad hat für Dienstagabend eine Erklärung über eine Waffenruhe in Nahost angekündigt. „Die Führungen des Islamischen Dschihad und der Hamas sowie die ägyptischen Vermittler werden am Dienstagabend eine Pressekonferenz abhalten, um eine Waffenruhe mit Israel auszurufen“, hieß es auf einer dem Dschihad nahestehenden Nachrichtenseite.

Auch das Zweite Israelische Fernsehen berichtete, um 20.00 Uhr MEZ solle in Kairo eine Waffenruhe ausgerufen werden. Diese werde allerdings erst um Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MEZ) in Kraft treten.

Während sowohl Israel als auch die Hamas sich bereits auf eine Bodenoffensive vorbereitet hatten, lief im Hintergrund das diplomatische Krisenmanagement auf Hochtouren. Grundlage der Vereinbarung ist offenbar ein Überwachungsmechanismus, an dem Sicherheitsvertreter Israels, Ägyptens und der USA beteiligt sein sollten. Ein israelischer Sender berichtete unter Berufung auf Regierungskreise in Jerusalem, die Vereinbarung solle den Einwohnern im Süden Israels zumindest ein bis zwei Jahre Ruhe gewährleisten.
Deutschland habe neben Ägypten eine wichtige Vermittlerrolle bei den Gesprächen eingenommen, berichtete der Rundfunk zudem. Aus der Delegation von Bundesaußenminister Guido Westerwelle gab es zunächst keine Bestätigung für den Bericht. Auch ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wollte sich nicht äußern. Israel hatte vor knapp einer Woche eine Militäroffensive gegen radikale Palästinensergruppen im Gazastreifen gestartet bei der über 100 Menschen ihr Leben verloren.

Verfolgen Sie die Ereignisse in unserem Live-Ticker:

Netanjahu: Israel würde Waffenstillstand begrüßen

Israel würde nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen Waffenstillstand begrüßen. Wenn auf diplomatischem Wege eine langfristige Lösung erreicht werden könne, wäre sein Land ein „bereitwilliger Partner“ bei einem Waffenstillstand, sagte er nach einem Treffen mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der sich um einen Frieden zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden radikalen palästinensischen Organisation Hamas bemüht.

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Ägypten: "Waffenstillstand binnen weniger Stunden"

Ägyptens Präsident Mohammed Mursi geht offenbar von einem Durchbruch bei den Verhandlungen um eine Waffenruhe im Gaza-Konflikt aus. „Die groteske israelische Aggression“ werde noch am Dienstag enden, sagte Mursi laut der offiziellen ägyptischen Nachrichtenagentur Mena. „Die Bemühungen, zu einer Waffenruhe zwischen Palästinensern und Israelis zu kommen, werden in den kommenden Stunden positive Ergebnisse erbringen.“ In Kairo verhandeln Vertreter der radikalislamischen Hamas und Israels über eine Feuerpause. Der israelische Rundfunk berichtete ebenfalls auf seiner Webseite, man erwarte die Verkündung einer Waffenruhe am Abend. Dies werde voraussichtlich während des Besuchs von US-Außenministerin Hillary Clinton in Israel geschehen. Grundlage der Vereinbarung sei ein Überwachungsmechanismus, an dem Sicherheitsvertreter Israels, Ägyptens und der USA beteiligt sein sollten. Der Sender berichtete unter Berufung auf Regierungskreise in Jerusalem, die Vereinbarung solle den Einwohnern im Süden Israels zumindest ein bis zwei Jahre Ruhe gewährleisten.
Deutschland habe neben Ägypten eine wichtige Vermittlerrolle bei den Gesprächen eingenommen, berichtete der Rundfunk zudem. Aus der Delegation von Bundesaußenminister Guido Westerwelle gab es zunächst keine Bestätigung für den Bericht. Auch ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wollte sich nicht äußern. Israel hatte vor knapp einer Woche eine Militäroffensive gegen radikale Palästinensergruppen im Gazastreifen gestartet. Damit soll der Raketenbeschuss aus dem von der Hamas kontrollierten Gebiet beendet werden.

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Rotes Kreuz besorgt über Zunahme der zivilen Opfer im Gaza-Konflikt

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat sich besorgt über die Zunahme an zivilen Opfern im Gaza-Konflikt geäußert. „Die intensiven Kämpfe der letzten Tage haben schwerwiegende Konsequenzen für Zivilisten im Gaza-Streifen wie auch in Israel“, erklärte Juan-Pedro Schaerer, der IKRK-Delegierte für die Region, laut einer am Dienstag in Genf veröffentlichten Mitteilung.
Wegen der vielen Verwundeten in den Krankenhäusern von Gaza würden die Bestände an Medikamenten und medizinischem Material zusehends knapp. Nachlieferungen seien schwierig. Wegen der Zerstörung von Häusern durch Bombardierungen gebe es auch immer mehr Obdachlose, erklärte die Hilfsorganisation.
Das IKRK appellierte an die Konfliktparteien, das humanitäre Völkerrecht zu respektieren und bei ihrem Vorgehen zwischen zivilen und militärischen Zielen zu unterscheiden. Seit Freitag gelang es dem IKRK nach eigenen Angaben acht Lastwagen mit Medikamenten und anderen Hilfsgütern für den Gazastreifen zu organisieren. Nun warte man auf Möglichkeiten, sie zu verteilen.

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Hamas-Militärchef: "Wir sind bereit für einen Bodenkrieg"

Der oberste Militärchef der im Gazastreifen herrschenden Hamas, Mohammed Deif, hat Hoffnungen auf einen baldigen Waffenstillstand einen Dämpfer verpasst. „Wenn sie (die Israelis) eine großangelegte Offensive wollen, sind wir bereit. Dies wird eine großartige Gelegenheit sein, unsere Gefangenen (aus israelischen Gefängnissen) zu befreien“, sagte Deif in einer Mitteilung vom Dienstag. Die Hamas hatte wiederholt angekündigt, sie wolle israelische Soldaten entführen, um Gefangene freizupressen. Deif war 2006 bei einem israelischen Angriff schwer verletzt worden.
Faktischer Chef der Kassam-Brigaden war der am vergangenen Mittwoch von Israel getötete Ahmed al-Dschabari. Seitdem starben in dem Konflikt über 100 Menschen.

In Nahost droht ein neuer Krieg
Ein israelischer Soldat ruht sich aus und hört Radio. Seit Mittwoch den 21. November besteht eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas.Weitere Bilder anzeigen
1 von 73Foto: AFP
22.11.2012 17:54Ein israelischer Soldat ruht sich aus und hört Radio. Seit Mittwoch den 21. November besteht eine Waffenruhe zwischen Israel und...

Erdogan wirft Israel "ethnische Säuberung" vor

„Israel ignoriert den Frieden in dieser Region, tritt das internationale Recht mit Füßen und führt eine Kampagne der ethnischen Säuberung gegen ein Volk“, sagte Erdogan in Ankara vor Abgeordneten seiner islamisch-konservativen AK-Partei. „Dieses Land besetzt nach und nach die palästinensischen Gebiete.“ Die Palästinensergruppen im Gazastreifen würden Gebrauch von ihrem Recht zur „legitimen Verteidigung“ machen, indem sie sich mit ihren Raketen gegen die „wahllosen und illegalen Angriffe“ Israels wehren. „Niemand kann behaupten, dass Israel sein Recht zur Selbstverteidigung benutzt, Israel bläst derzeit einen Wind des Terrors über den Nahen Osten“, sagte der Regierungschef unter dem Applaus der Abgeordneten. Dem Westen warf Erdogan vor, den „terroristischen Staat“ Israel zu unterstützen.
Seit Beginn des Militäreinsatzes am vergangenen Mittwoch wurden 116 Palästinenser und drei Israelis getötet. Mit dem Einsatz reagiert die israelische Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf den anhaltenden Beschuss mit Raketen aus dem von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Küstengebiet.

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