Nachrichten-Ticker zum Nachlesen : Israel plant Einberufung von bis zu 75 000 Reservisten

Im Großraum Jerusalem ist eine Rakete eingeschlagen, nachdem es vorher bereits Attacken auf Tel Aviv gegeben hatte. Netanjahu hat nun sein Sicherheitskabinett versammelt - und sperrt Straßen um den Gazastreifen ab. Die Ereignisse des Tages können Sie in unserem Nachrichten-Ticker nachlesen.

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Raketen werden aus dem Gaza-Streifen in Richtung Tel Aviv abgefeuert.
Raketen werden aus dem Gaza-Streifen in Richtung Tel Aviv abgefeuert.Foto: AFP

22:01 Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben am Freitag 12 000 gleichlautende SMS an Handys im Gazastreifen geschickt. In der Nachricht wurden die Menschen dringend aufgefordert, sich fern von allen Hamas-Mitgliedern zu halten.

21:45 Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat erneut an die ägyptische Führung appelliert, sich für ein Ende der Gewalt in Gaza und Südisrael einzusetzen. In einem Telefonat mit Ägyptens Außenminister Mohammed Amr habe Westerwelle „sehr große Sorge“ angesichts der weiter eskalierten Lage in der Region geäußert, teilte das Auswärtige Amt in Berlin am Freitagabend mit. In dieser Situation müsse alles getan werden, um eine Waffenruhe zu erreichen. „Ein erster Schritt wäre ein Ende des Raketenbeschusses aus Gaza.“ Wie zuvor auch Bundeskanzlerin Angela Merkel rief Westerwelle die ägyptische Regierung dazu auf, ihren Einfluss auf die radikalislamische Hamas im Gaza-Streifen geltend zu machen, Angriffe auf israelisches Gebiet zu unterlassen. Die Führung in Kairo müsse ihren ganzen Einfluss in Gaza und auf die Hamas nutzen, um ein Ende der Gewalt zu erreichen, hieß es.

21:15 Israel will wegen des eskalierenden Gaza-Konflikts bis zu 75 000 Reservisten zu den Waffen rufen. Verteidigungsminister Ehud Barak habe entsprechende Pläne der Streitkräfte gebilligt und dem Kabinett zur Genehmigung weitergeleitet, berichtete die Zeitung „Jerusalem Post“ am Freitag. Bisher wurden 16 000 Reservisten einberufen.

21:01 Ein ranghoher Regierungsbeamter sagte AFP, dass Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Abend im Verteidigungsministerium in Tel Aviv sein Sicherheitskabinett versammelt habe. Bei der Sitzung gehe es um eine mögliche Verstärkung des Militärangriffs. Die Gesundheitsdienste der im Gazastreifen regierenden Hamas teilten unterdessen mit, bei einem neuerlichen Luftangriff der israelischen Armee seien vier palästinensische Zivilisten getötet worden. Ziel war demnach das Lager Maghasi im Zentrum des Gazastreifens.

Bei einem offenbar gezielten Angriff der israelischen Luftwaffe auf ein Auto in Gaza-Stadt wurden den Angaben zufolge ein Palästinenser getötet und zwei weitere schwer verletzt. Damit stieg die Zahl der palästinensischen Todesopfer seit Beginn der israelischen Militäroffensive am Mittwoch auf 31.

20:45 Offenbar in Vorbereitung einer Bodenoffensive hat Israel am Freitagabend alle großen Verkehrsadern um den Gazastreifen abgesperrt. Die Straßen befänden sich jetzt in einem „geschlossenen Militärgebiet“ und seien für den Zivilverkehr gesperrt, sagte ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur AFP. AFP-Reporter berichteten, dass die Armee entlang dem Gazastreifen bedeutende Truppenkontingente und schweres Militärmaterial zusammenziehe.

16:07 Erstmals seit dem Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen ist am Freitag im Großraum Jerusalem eine Rakete eingeschlagen. Wie ein israelischer Armeesprecher sagte, schlug das Geschoss auf unbewohntem Gelände ein und richtete keine Schäden an. Zuvor hatte der bewaffnete Arm der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas erklärt, es sei ein Ziel in Jerusalem beschossen worden. In der Stadt wurde Luftalarm ausgelöst, in unbestätigten Medienberichten war die Rede von drei Explosionen in Jerusalem.

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