Politik : Nachrichten

Mindestlohn, Klimaschutz und Online-Durchsuchung; drei Stichwörter, die einem die aufgeregten politischen Debatten des zu Ende gehenden Jahres in Erinnerung rufen. Aber beschäftigt das, was die politische Führungselite diskutiert, auch die Bevölkerung? Nur ein kleiner Teil der Deutschen setzt sich nach Einschätzung von Matthias Jung, Chef der Forschungsgruppe Wahlen, überhaupt qualifiziert mit der politischen Agenda der Bundesrepublik auseinander. Und unter den politischen Themen, die die Bevölkerung als wichtig wahrnimmt, dominiert ganz klar die Arbeitslosigkeit.

Dass die Arbeitslosigkeit auch im Jahr 2007 ganz vorne lag, ist das Ergebnis des Politbarometers, das die Forschungsgruppe in regelmäßigen Abständen durchführt. Dabei fragen sie die Deutschen unter anderem, welche Themen ihrer Ansicht nach gerade die wichtigsten sind. Der Tagesspiegel hat die Politbarometer des vergangenen Jahres ausgewertet. Nach dieser Auswertung folgen in den Top Ten 2007 der wichtigsten Themen nach der Arbeitslosigkeit zunehmend die Kosten- und Lohnentwicklung, der Bereich Familie, Jugend, Kinder, die Sorgen um Rente und Alterssicherung, das Thema Umwelt und Klima, die Gesundheit, die Politikverdrossenheit, das Politikfeld Bildung und Schule, die Diskussion, die unter der Überschrift soziales Gefälle zusammengefasst wird, die Rubrik Ausländer und Integration, Steuererhöhungen, Terror, Krieg und Frieden und schließlich die Wirtschaftslage.

Auf der Agenda des Jahres standen noch weitere Themen. Jedoch waren manche zwar für Politik und Medien von großer Bedeutung, viele deutsche Bürger aber fanden sie ganz offenbar weniger spannend. Vielleicht auch, weil sich viele Menschen schlicht nicht so sehr für Politik interessieren. „Etwa zehn bis fünfzehn Prozent“, vermutet Matthias Jung, hätten das „notwendige Informationsniveau, um sich mit ernsthaften politischen Themen auch differenziert auseinanderzusetzen“.

Im Folgenden haben wir Themen ausgewählt, die entweder das ganze Jahr über als besonders wichtig genannt worden sind, oder Aspekte, die zwar nur punktuell eine Rolle gespielt haben, dafür aber dann großen Anklang in der Berichterstattung gefunden haben. Die Zusammenstellung soll dabei einen Eindruck vermitteln, wie und weshalb bestimmte Fragen eine Rolle spielten.

In die Zukunft blicken wollen Meinungsforscher eigentlich nicht, sondern einen Ist-Zustand in der Gesellschaft möglichst treffend beschreiben. Trotzdem sieht der Chef der Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung, zwei Trends für 2008. Das Thema Teuerung und Preise, das in den vergangenen Monaten immer wichtiger wurde, wird die Menschen auch im neuen Jahr noch einige Zeit beschäftigen, vermutet er. Und wenn die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt weitergeht wie bisher, wird wohl auch das Thema Arbeitslosigkeit, das die Deutschen mit weitem Abstand als wichtigstes gesehen haben, weiter an Bedeutung abnehmen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben