Politik : Nachrichten

KOLUMBIEN

BEVÖLKERUNG: 45 Millionen

BRUTTOSOZIALPRODUKT: 172 Milliarden Dollar

EINWOHNER UNTERHALB DER ARMUTSGRENZE: 49 Prozent

Seit mehr als vier Jahrzehnten bestimmen Gewalt und Terror den Alltag vieler Kolumbianer. Kämpfe zwischen linken Rebellen, rechten Paramilitärs, der Drogenmafia und der Armee und Polizei forderten zahlreiche Opfer: bis zu 3,9 Millionen Vertriebene und Binnenflüchtlinge, 50 000 ermordete Zivilpersonen und 30 000 Entführte – unter ihnen die wohl bekannteste ist die frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. Alvaro Uribe, konservativer Staatschef seit 2002, lehnte, anders als sein Vorgänger, Verhandlungen mit der Farc-Guerilla ab und leitete stattdessen einen Entwaffnungsprozess mit den Paramilitärs ein: Kritiker verweisen jedoch darauf, dass die ihre Machtpositionen behaupten konnten. Uribe ist einer der wenigen Freunde und wichtigster Verbündeter George W. Bushs in Lateinamerika. Der US-Präsident unterstützt das Andenland im Rahmen des „Plan Colombia“ mit viel Geld im Kampf gegen die Guerilla und den Drogenanbau – Kolumbien gilt als der weltweit größte Kokaproduzent. Europa stellt die größten finanziellen Mittel für humanitäre und menschenrechtliche Programme sowie Friedensinitiativen zur Verfügung. Das Land, das sich trotz prekärer Sicherheitslage wirtschaftlich zuletzt ein wenig erholen konnte, verfügt über die größten Gold-, Platin-, und Kohlevorkommen Südamerikas und ist der weltweit führende Produzent von Smaragden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben