Politik : Nachrichten

VENEZUELA

BEVÖLKERUNG: 26,4 Millionen

BRUTTOSOZIALPRODUKT: 227 Milliarden Dollar

EINWOHNER UNTERHALB DER ARMUTSGRENZE: 38 Prozent

Der Mann an der Spitze: Hugo Chávez. Sein Traum: ein geeintes Lateinamerika – unter seiner Führung. Das Mittel zur Erreichung dieses Ziels: Öl, Öl, Öl. Venezuela wird seit 1999 von dem selbsternannten „Retter der Armen“ regiert, der das Land auf dem Weg in einen „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ grundlegend verändert hat. Seine Gegner werfen dem Ex-Militär, der den Befreiungshelden Simon Bolivar sein Vorbild nennt und sich gern als wahrer Erbe Fidel Castros sieht, Populismus, einen autoritären Regierungsstil und seine Verbalattacken gegen westliche Politiker vor – erst jüngst rückte er Kanzlerin Merkel in die Nähe Adolf Hitlers. In den Augen der Linken aber, und zwar nicht nur in Lateinamerika, steht sein Name für eine Politik, die der neoliberalen Freihandelsrhetorik des Westens und vor allem den verhassten USA die Stirn bietet. Für die Globalisierungsverlierer auf dem Südkontinent verbindet sich mit seiner Regierung zudem die Erwartung, durch Staatsinvestitionen in das Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesen am Reichtum des Landes teilzuhaben. Der verdankt sich vor allem dem Öl: Ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts und die Hälfte der Staatseinnahmen gehen auf Förderung und Verarbeitung des schwarzen Goldes zurück. Mit seinen Petrodollars unterstützt Lateinamerikas Enfant terrible linke Regierungen in Argentinien, Bolivien, Kuba und Nicaragua und scheut für seine antiwestliche Politik vor Allianzen mit dem Iran und Weißrussland nicht zurück. Europa hat den Troublemaker in schlechter Erinnerung: Beim Gipfel 2004 in Wien brüskierte er die EU, als er sich lieber mit Vertretern der Alternativszene traf.

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