Politik : Nachrichten

KUBA

BEVÖLKERUNG: 11,4 Millionen

BRUTTOSOZIALPRODUKT: 45 Milliarden Dollar

EINWOHNER UNTERHALB DER ARMUTSGRENZE: keine Angaben

Die Gretchenfrage der westlichen Lateinamerikapolitik – Wie hältst du es mit Kuba und dem US-Embargo? – stellt sich seit Anfang dieses Jahres noch einmal neu. Ein halbes Jahrhundert hat der Maximo Lider Fidel Castro die Geschicke des einzigen kommunistisch regierten Landes der westlichen Hemisphäre bestimmt – 2006 übertrug er seine Amts- und Machtbefugnisse übergangsweise auf seinen jüngeren Bruder Raul Castro. 2008 übernahm dieser endgültig die Staatsführung – und weckte sogleich mit einigen Reformen und dem Anstoß zu einer landesweiten Diskussion über Kurskorrekturen große Erwartungen: Auf der Antilleninsel selbst, wo die Bevölkerung unter Wohnungsnot, Versorgungsengpässen und einer katastrophalen Transportsituation leidet, wie auch im Westen, wo nach wie vor die Hoffnung auf einen Systemwechsel groß ist. Eine Normalisierung der Beziehungen zu Kuba ist jedoch nach wie vor auch innerhalb der EU umstritten. Denn politisch bleibt zunächst vieles beim Alten: Dissidenten werden unterdrückt, die regimekritische katholische Kirche und die ausländische Presse gegängelt und eingeschüchtert. Wirtschaftlich dagegen hat Raul Castro Kontakte zu Ländern wie China und Brasilien geknüpft, und damit die internationale Isolierung durch das seit 45 Jahren geltende US-Embargo zu durchbrechen begonnen.

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