Politik : NACHRICHTEN

Mehr Leukämiefälle bei Kindern durch nahe gelegenes Atomkraftwerk

Berlin - Ob die Nachbarschaft zu Kernkraftwerken ein höheres Gesundheitsrisiko birgt, wurde in Deutschland schon oft untersucht. Erstmals hat jetzt der Epidemiologe Eberhard Greiser Daten aus fünf Industrienationen verglichen, darunter aus Deutschland und den USA, und kommt zu dem gleichen Schluss: Kinder, die im Umkreis von 20 Kilometern um ein Atomkraftwerk wohnen, erkranken häufiger an Leukämie. Das betreffe laut der Studie, die von der Grünen-Bundestagsfraktion in Auftrag gegeben wurde, vor allem die Jüngsten im Alter von unter fünf Jahren. Hier sei das Risiko um 19 Prozent erhöht, im Alter von unter 15 Jahren noch um 13 Prozent. Als Grundlage für die Analyse dienten Werte von 80 Kernkraftwerken. Einen zweifelsfreien Zusammenhang zwischen der Nähe zu Reaktoren und vermehrten Leukämiefällen beweist aber auch die neue Studie nicht. Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast plädierte bei der Vorstellung in Berlin für eine Abschaltung der sieben ältesten deutschen Meiler. jd

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