Politik : NACHRICHTEN

NORDKOREA

Material für weitere Atombombe

Seoul - Mit der Aufarbeitung von abgebrannten Kernbrennstäben hat Nordkorea nach eigenen Angaben sein Atomwaffenpotenzial ausgeweitet. Insgesamt sei das Plutonium aus 8 000 verbrauchten Brennstäben herausgezogen worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Dies würde dem Land genügend Plutonium für eine weitere Atombombe verschaffen. Internationale Experten vermuten, dass Pjöngjang bereits über das Material für mindestens ein halbes Dutzend Nuklearwaffen verfügt. Die Mitteilung wurde als neuer Versuch gewertet, direkte Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten zu erzwingen.AP

ATOMENERGIE

Mängel bei Druckwasserreaktoren

Paris - Der Bau der ersten Europäischen Druckwasserreaktoren (EPR) in Frankreich und Finnland hat einen weiteren Rückschlag erlitten. Die Atomaufsichtsbehörden in Großbritannien, Frankreich und Finnland forderten wegen Sicherheitsmängeln im Reaktorkontrollsystem am Montagabend eine Nachbesserung des Konzepts. Beim EPR seien das normale Reaktorkontrollsystem und das für Notfälle eingerichtete Sicherheitssystem, anders als vorgesehen, nicht voneinander getrennt, kritisierten die Aufsichtsbehörden in einer Erklärung. So bestehe die Gefahr, dass beide Systeme bei der neuen Kraftwerksgeneration gleichzeitig ausfallen könnten. Bei einem Unfall könnte die Kontrolle über den Reaktor verloren gehen.AFP

ISRAEL

Hamas testet 60-Kilometer-Rakete

Tel Aviv/Gaza - Die im Gazastreifen herrschende Palästinenserorganisation Hamas hat nach israelischen Informationen erfolgreich eine Rakete getestet, die eine Reichweite bis Tel Aviv hat. Der Chef des israelischen Militärgeheimdienstes, Amos Jadlin, sagte am Dienstag vor einem parlamentarischen Ausschuss in Jerusalem, die Rakete mit einer Reichweite von 60 Kilometern sei in den vergangenen Tagen vom Gazastreifen aus in Richtung Meer abgefeuert worden. Es handele sich offenbar um eine im Iran hergestellte Rakete. Der Test zeige, dass auch der internationale Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv inzwischen in Reichweite von Raketenangriffen aus dem Gazastreifen sei, schrieben israelische Medien. dpa

IRAN

Todesstrafe gegen Sunnit vollstreckt

Teheran - Im Iran ist einem Agenturbericht zufolge das Mitglied einer sunnitischen Rebellengruppe erhängt worden. Der zum Tode verurteilte Abdolhamid Rigi sei in einem Gefängnis in der südiranischen Stadt Sahedan hingerichtet worden, teilte die Polizei am Dienstag der Agentur Fars zufolge mit. Rigi war wegen einer Reihe von Vergehen verurteilt worden, darunter Anstachelung zum Kampf gegen Gott. Die Sunniten sind im Iran eine Minderheit.In der Islamischen Republik werden unter anderem Mord, Ehebruch, Vergewaltigung, bewaffneter Raub, Drogenhandel und der Abfall vom Glauben mit dem Tod bestraft.rtr

OSTEUROPA

Weniger Zustimmung zu Demokratie

Washington - Zwanzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer stehen in Mittel- und Osteuropa einer US-Studie zufolge Demokratie und Kapitalismus weniger hoch im Kurs als im Jahr 1991. Wie aus einer am Montag veröffentlichten Untersuchung des US-Meinungsforschungsinstituts Pew Research Centers hervorgeht, steht beispielsweise in der Ukraine nicht einmal jeder Dritte dem Mehrparteiensystem positiv gegenüber. 1991 waren es noch 72 Prozent. In Bulgarien sank die Zustimmung zur Demokratie im gleichen Zeitraum um 24 Prozentpunkte, in Ungarn um 18 und in Russland um acht Prozentpunkte. In Polen stieg sie dagegen leicht um vier Prozentpunkte auf 70 Prozent. Auch die Zustimmung zum Kapitalismus ist demnach meist rückläufig. AFP

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben