Politik : NACHRICHTEN

USA

Todesschütze von Fort Hood

wegen Mordes angeklagt

Washington - Eine Woche nach dem Amoklauf von Fort Hood ist der Todesschütze Nidal Malik Hasan wegen 13-fachen vorsätzlichen Mordes angeklagt worden. Das teilte ein militärischer Ermittlungsbeamter am Donnerstag auf dem texanischen Stützpunkt mit. Hasan soll vor ein Militärgericht gestellt werden. Der 39-jährige muslimische Militärpsychiater und Major hatte zwölf Soldaten und einen Zivilisten erschossen sowie 42 Menschen verletzt. Das Motiv für die Tat ist noch unklar. US-Geheimdienste hatten zahlreiche E-Mails des Majors an einen radikalen islamischen Prediger abgefangen, den Major aber nach einer Überprüfung als harmlos eingestuft. dpa

RUSSLAND

Orthodoxe Kirche stoppt Dialog

mit der EKD – wegen Käßmann

Moskau - Wegen der Wahl von Margot Käßmann zur Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) will die russisch-orthodoxe Kirche ihre Kontakte mit den Lutheranern beenden. Der Dialog sei nach der Wahl einer geschiedenen Frau zur Kirchenführerin nicht mehr möglich, sagte der orthodoxe Geistliche Georgi Sawerschinski vom kirchlichen Außenamt am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau. Die Kirche erlaube keine Priesterweihe oder sogar Führungsrolle von Frauen. „Diese Frage ist sehr ernst“, sagte Sawerschinski. In letzter Instanz müsse dies aber Patriarch Kirill I. als Oberhaupt der weltweit größten orthodoxen Nationalkirche entscheiden. Käßmann zeigte sich über die Reaktion überrascht. „Ökumene heißt, auch unterschiedliche Kirchen- und Amtsverständnisse zu akzeptieren“, sagte die niedersächsische Landesbischöfin. dpa

PALÄSTINENSERGEBIETE

Parlamentswahlen auf

unbestimmte Zeit verschoben

Ramallah - Die für den 24. Januar geplanten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in den Palästinensergebieten sind auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Das teilte die zentrale Wahlkommission am Donnerstag in Ramallah mit. Als Grund wurde angegeben, dass die islamistische Hamas erst nach einer Aussöhnung Wahlen durchführen will. Außerdem gestatte Israel keine Wahlen im besetzten arabischen Ostteil von Jerusalem. Präsident Abbas hatte angekündigt, sich nicht zur Wiederwahl zu stellen. dpa

LIBYEN

Festgehaltene Schweizer sollen

noch dieses Jahr vor Gericht

Tripolis - Zwei seit fast eineinhalb Jahren in Libyen festgehaltene Geschäftsleute aus der Schweiz sollen noch in diesem Jahr vor Gericht gestellt werden. Das sagte Libyens stellvertretender Außenminister Chaled Kaim am Donnerstag. Zugleich forderte er die beiden Männer auf, die Schweizer Botschaft in der Hauptstadt Tripolis zu verlassen, in der sie sich derzeit aufhalten. Sie müssten eine eigene Adresse haben, damit ihnen die Gerichtsunterlagen zugestellt werden könnten. Kaim zufolge werden den Schweizern Steuerbetrug sowie Verstöße gegen das Handelsgesetz und die Einreisebestimmungen vorgeworfen. Sie sollen mit einem Touristenvisum eingereist sein, dann aber steuerpflichtige Geschäfte getätigt haben. Der Fall hatte zu einer diplomatischen Krise zwischen Libyen und der Schweiz geführt. Die Maßnahme galt als Antwort auf das Vorgehen gegen einen Sohn des libyschen Machthabers Muammar el Gaddafi im Juli 2008 in Genf, der kurzzeitig unter dem Verdacht festgenommen worden war, Hotelangestellte misshandelt zu haben. AFP

VEREINTE NATIONEN

Kriegsverbrechertribunal bestätigt Strafe gegen General

Den Haag - Das UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien hat das Urteil gegen einen bosnisch-serbischen General wegen des Beschusses von Sarajevo weitgehend bestätigt. Der heute 67-jährige Dragomir Milosevic wurde im Dezember 2007 schuldig gesprochen, weil seine Truppen die Bewohner von Sarajevo mit willkürlichem Artilleriebeschuss und durch Schüsse von Heckenschützen terrorisiert hatten. Seine Strafe wurde von der Berufungskammer von 33 auf 29 Jahre verkürzt. AP

FRANKREICH

Ex-Minister: Chirac wusste

von illegalem Waffenhandel

Paris - Zweieinhalb Wochen nach dem Urteil im Prozess um illegalen Waffenhandel mit Angola wird nun auch der französische Ex-Präsident Jacques Chirac öffentlich der Komplizenschaft beschuldigt. Der in der sogenannten Angolagate-Affäre zu einem Jahr Haft verurteilte Ex-Innenminister, Charles Pasqua, wirft Chirac Mitwisserschaft vor. „Chirac hat niemals zu seiner Verantwortung gestanden“, sagte Pasqua am Donnerstag. „Die Regierung war seit 1995 auf dem Laufenden und hat nichts dagegen unternommen“, fügte er hinzu. Der Waffenhandel in den 90er Jahren hatte einen Umfang von 790 Millionen Dollar. dpa

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