Politik : NACHRICHTEN

GUINEA

Machthaber nach Schießerei  außer Landes geflogen

Conakry - Gut zwei Monate nach der Niederschlagung von Bürgerprotesten ist Guineas Militärmachthaber Moussa Dadis Camara bei einer Schießerei mit Soldaten verletzt und dann außer Landes gebracht worden. Camaras Flug nach Marokko warf Fragen nach dem politischen Schicksal des Offiziers auf, der sich vor einem Jahr an die Macht geputscht hatte. Während offiziell nicht von einer Absetzung Camaras die Rede war, äußerten Experten die Auffassung, er werde nicht nach Guinea zurückkehren. Die Junta erklärte, sie habe die Lage unter Kontrolle. Camara sei leicht verletzt worden und schwebe nicht in Lebensgefahr. Einwohner von Conakry berichteten, die ganze Nacht seien Schüsse zu hören gewesen. Sicherheitskräfte hätten Jagd auf Verdächtige gemacht, Soldaten hätten an strategisch wichtigen Punkten Stellung bezogen. Hinter dem Zwischenfall stand nach Darstellung der herrschenden Militärs Camaras früherer Adjutant Aboubacar „Toumba“ Diakite. Dieser gilt Menschenrechtsgruppen als treibende Kraft bei der Unterdrückung von Protesten gegen die Regierung Ende September. rtr

ÄGYPTEN

Al Baradei will  bei Präsidentschaftswahl antreten

Kairo - Der als Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) ausgeschiedene Mohammed al Baradei will zur ägyptischen Präsidentschaftswahl 2011 antreten. Wie er am Freitag mitteilte, ist seine Kandidatur allerdings an Bedingungen geknüpft. Der Wahlprozess müsse demokratisch sein und von einer „unabhängigen nationalen Einrichtung“ überwacht werden. UN-Beobachter müssten einen „transparenten Wahlverlauf“ gewährleisten. Notwendig sei außerdem eine Verfassungsreform, um „allen Ägyptern“ die Kandidatur zu ermöglichen. Die Verfassung müsse auf den international vereinbarten Bürgerfreiheiten und Menschenrechten beruhen. Der 67-jährige Friedensnobelpreisträger bezog sich auf die im gleichen Jahr abgehaltene Präsidentschaftswahl, bei der das seit 1981 regierende Staatsoberhaupt Husni Mubarak für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt wurde. Der 81-jährige Mubarak hat noch nicht Stellung dazu genommen, ob er sich um ein sechstes Mandat in Folge bewirbt. Auch sein als „Kronprinz“ gehandelter Sohn Gamal hat sich bislang nicht zu einer möglichen Kandidatur geäußert. AFP

RUSSLAND/USA

Atomare Abrüstungsverhandlungen ziehen sich hin

Moskau - Die USA und Russland werden ihr neues Abkommen zur Verringerung von Atomwaffen nicht wie zunächst geplant an diesem Samstag unterzeichnen. Die Verhandlungen für ein Nachfolgedokument des am 5. Dezember nach 18 Jahren auslaufenden Start-Vertrags über die Reduzierung strategischer Offensivwaffen müssten noch einige Tage fortgesetzt werden, teilte das russische Außenministerium am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax mit. Am kommenden Montag ist in Moskau erneut ein Arbeitsgruppentreffen unter Leitung der Vizeaußenminister Russlands und der USA geplant. Zuletzt hatte die russische Seite von einigen prinzipiellen Problemen gesprochen. Wegen des auslaufenden Vertrags mussten am Freitag etwa 20 US-Inspekteure das Raketenwerk in Wotkinsk rund 1000 Kilometer östlich von Moskau verlassen. Die Experten kontrollierten dort den Bau der Interkontinentalraketen Topol-M und Bulawa. Auf Grundlage des Start-Abkommens durften umgekehrt russische Militärs eine Rüstungsschmiede im US-Bundesstaat Utah besuchen. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar