Politik : NACHRICHTEN

ITALIEN

Massenprotest gegen Regierungschef Berlusconi

Rom - In Rom haben am Samstag viele Tausend Italiener gegen Regierungschef Silvio Berlusconi demonstriert. Die Veranstalter sprachen von 350 000 Teilnehmern, laut Polizei waren es 90 000. Eine Internet-Bloggergemeinschaft hatte über Facebook einen Appell lanciert, den 73-Jährigen zum Rücktritt aufzufordern. Durch seine Skandale unterminiere der Premier Verfassung und Demokratie, begründete der Sprecher der Veranstalter, Massimo Malerbo, die Aktion. dpa

VATIKAN

Köhler beim Papst:

Finanzkrise als Chance nutzen

Rom - Papst Benedikt XVI. hat mit Bundespräsident Horst Köhler in einer Privataudienz erörtert, wie die Wirtschafts- und Finanzkrise als Chance genutzt werden könnte. Er habe Benedikt berichtet, dass die Krise in ihren strukturellen Ursachen noch nicht behoben sei und die Finanzakteure über ein nachhaltiges Handeln noch nachdenken müssten. Das erklärte Köhler am Samstag in Rom nach einer knapp halbstündigen Audienz im Apostolischen Palast des Vatikans. dpa

SUDAN

Fünf Soldaten der Friedenstruppe

in Darfur getötet

Kairo - Bei einer Serie von Angriffen auf Mitglieder der internationalen Friedenstruppe in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur sind fünf Soldaten aus Ruanda getötet worden. Das teilte ein Sprecher der von den UN und der Afrikanischen Union gebildeten Friedenstruppe Unamid am Samstag mit. Demnach trugen sich die Angriffe am Freitag und Samstag zu. Wer die Angreifer waren, war vorerst nicht bekannt. Seit Beginn der Stationierung der Friedenstruppe in Darfur im Januar 2008 wurden damit 22 ihrer Soldaten getötet. AP

TÜRKEI

Anti-Folter-Komitee des Europarats

soll Öcalans Zelle inspizieren

Ankara - Die türkische Regierung hat das Anti-Folter-Komitee des Europarats (CPT) eingeladen, sich vor Ort ein Bild von den Haftbedingungen des Kurdenführers Abdullah Öcalan zu machen. Nach der Verlegung Öcalans in eine andere Zelle solle sich das CPT die neuen Bedingungen anschauen, erklärte das türkische Außenministerium am Freitagabend in Ankara. Der Gründer und Chef der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) sitzt seit 1999 eine lebenslange Haftstrafe in einem Gefängnis auf der Insel Imrali ab. Öcalan hatte sich kürzlich beklagt, die Bedingungen in seiner neuen Zelle seien „schlimmer als vorher“. „Ich weiß nicht, wie lange ich diese Bedingungen aushalte, die aus mir einen halbtoten Mann gemacht haben“, wurde er von seinen Anwälten zitiert. Die türkische Regierung versichert, dass Öcalans Haftbedingungen internationalen Standards entsprächen. AFP

GRIECHENLAND

Athen versetzt Polizei

in höchste Alarmbereitschaft

Athen - Vor dem Jahrestag des Todes eines 15-Jährigen durch eine Polizeikugel sind am Samstag in Griechenland mehr als 10 000 Sicherheitskräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. In der Nacht hatten Unbekannte eine Polizeistation in der Hafenstadt Korinth mit Brandflaschen angegriffen. Zuvor hatten Vermummte im Zentrum Athens zwei Polizisten attackiert und verletzt. Am heutigen Sonntag jährt sich der Tod des 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos, der eine Gewaltwelle ausgelöst hatte. Studenten und Schüler kündigten Demonstrationen und Besetzungen an. dpa

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