Politik : NACHRICHTEN

PAKISTAN

20 Tote bei Anschlag

auf Aschura-Prozession

Islamabad - Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Prozession zum schiitischen Aschura-Fest in der südpakistanischen Hafenmetropole Karatschi sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Wie der Polizeichef der Stadt, Waseem Ahmed, am Montag mitteilte, wurden mindestens 80 weitere Menschen verletzt, als der Täter an der Spitze des Zuges inmitten der Gläubigen seinen Sprengstoff zündete. Nach dem Anschlag lieferten sich wütende Schiiten Straßenschlachten mit Polizisten. Autos und Geschäfte gingen in Flammen auf. Kämpfe im Grenzgebiet zu Afghanistan forderten unterdessen mehr als 30 Tote. Die Behörden hatten in Karatschi mehr als 10 000 Polizisten und Soldaten zusammengezogen, um die Aschura-Feierlichkeiten zu schützen. dpa

CHINA I

Seeleute aus Piratenhand befreit –

vier Millionen Dollar Lösegeld?

Peking - Nach zwei Monaten in den Händen somalischer Piraten sind 25 chinesische Seeleute und ihr Frachtschiff wieder frei, wie die amtliche Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua am Montag meldete. Die „De Xin Hai“ war das erste chinesische Schiff, das vor der Küste Somalias entführt wurde, seitdem die chinesische Marine drei Schiffe in das Seegebiet entsandt hat, um die internationalen Bemühungen zur Bekämpfung der Piraterie in der Region zu unterstützen. Aus der Xinhua-Meldung ging nicht hervor, ob ein Lösegeld gezahlt wurde. Ein Somalier, der sich gegenüber der Nachrichtenagentur AP als Pirat ausgab, sagte, man habe vier Millionen Dollar Lösegeld erhalten. Nach Angaben der EU-Antipiratenmission haben Seeräuber aus Somalia noch acht Schiffe mit insgesamt 213 Besatzungsmitgliedern in ihrer Gewalt. APD

CHINA II

Angehörige wollen Hinrichtung

eines Briten verhindern

Peking - Die Angehörigen eines in China zum Tode verurteilten Briten haben am Montag mit allen Mitteln die für Dienstag geplante Hinrichtung noch zu verhindern versucht. Zwei Cousins des Todeskandidaten Akmal Shaikh reisten mit Gnadengesuchen nach China und besuchten den 53-Jährigen im Gefängnis in Urumqi, der Hauptstadt der Provinz Xinjiang. Es war der erste persönliche Kontakt Shaikhs mit Angehörigen seit zwei Jahren. Im September 2007 war er im Urumqi mit vier Kilogramm Heroin festgenommen worden. AFP

NAHOST I

Israel baut 700 neue Wohnungen

in Ost-Jerusalem

Jerusalem - Ungeachtet internationaler Kritik will Israel fast 700 neue Wohnungen im arabischen Ostteil Jerusalems bauen. Das israelische Wohnungsbauministerium bestätigte am Montag, es seien Ausschreibungen für den Bau von 198 Wohnungen in Pigat Seev, 377 in Neve Jaakov und 117 in Har Homa veröffentlicht worden. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat kritisierte die Entscheidung scharf. „Mit jeder einzelnen Aktion, die es vor Ort unternimmt, sagt Israel Nein zu ernsthaften Verhandlungen, Nein zu einem gerechten und dauerhaften Frieden und Nein zu einer Zwei-Staaten-Lösung“, sagte Erekat. dpa

NAHOST II

USA wollen mit neuen Vorschlägen

Verhandlungen ankurbeln

Kairo - Die USA wollen mit neuen Vorschlägen an Israel und die Palästinenser den Friedensprozess im Nahen Osten wieder ankurbeln. Wie am Montag aus Diplomatenkreisen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo verlautete, will der Nahost-Sondergesandte George Mitchell bei seinem nächsten Besuch in der Region beiden Seiten jeweils einen schriftlichen Entwurf zu Garantien übergeben. „Die USA hoffen, dass diese beiden Briefe als Grundlage für die Wiederaufnahme der israelisch-palästinensischen Verhandlungen dienen“, sagte ein arabischer Diplomat, der namentlich nicht genannt werden wollte. AFP

NAHOST III

Netanjahu und Livni erzielen

keine Einigung über große Koalition

Jerusalem - Ein Gespräch zwischen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und Oppositionsführerin Zipi Livni über die Bildung einer großen Koalition ist gescheitert. Das verlautete am Montag aus Parteikreisen. Das Treffen habe in einem Klima des Misstrauens stattgefunden und sei von heftigen Wortwechseln geprägt gewesen, berichteten israelische Zeitungen. Die Fraktion von Livnis Kadima-Partei wollte am Montagnachmittag über den Vorschlag Netanjahus beraten, der auch Chef der Likud-Partei ist. Livni warf Netanjahu demnach vor, ihre Partei zerschlagen zu wollen. Medienberichten zufolge bot Netanjahu Livni zwei Ministerposten für den Eintritt ihrer Kadima-Partei in die Regierung an. Der Regierungschef soll seinen Schritt mit Herausforderungen im eigenen Land und auf internationaler Ebene begründet haben. Der Ministerpräsident hatte jüngst versucht, Kadima-Abgeordnete auf seine Seite zu ziehen. AFP

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