Politik : NACHRICHTEN

KAMBODSCHA

Chef-Folterer der Roten Khmer

gesteht Verbrechen

Phnom Penh - In Kambodscha hat der Chef-Folterer der Roten Khmer vor Gericht die Verantwortung für seine Taten übernommen und um Verzeihung gebeten. „Ich erkenne an, dass ich für die Verbrechen verantwortlich bin, insbesondere für Folter und Hinrichtungen“, sagte der 66-jährige Duch am Dienstag vor dem Sondertribunal in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh. In seinem berüchtigten Gefängnis wurden während der Herrschaft von Pol Pot zwischen 1975 und 1979 mehr als 15 000 Männer, Frauen und Kinder gefoltert oder hingerichtet. „Erlaubt man mir, mich bei den Überlebenden zu entschuldigen, und auch bei den Angehörigen derjenigen, die während des Regimes brutal umkamen?“, fragte Duch: „Ich bitte Sie nicht darum, mir jetzt zu verzeihen. Aber ich hoffe, dass Sie es später tun. Ich möchte mein Bedauern und meine aufrichtige Reue zum Ausdruck bringen.“ mkb

PAKISTAN

Taliban bekennen sich

zu Angriff auf Polizeischule

Peshawar - Die radikalislamischen Taliban haben sich zu dem Angriff auf eine Polizeischule in Ostpakistan bekannt. Baitullah Mehsud, Pakistans mächtigster Talibanchef, bekannte sich nun zu dem Anschlag auf die Polizeischule in Lahore, bei dem am Montag 13 Menschen starben und 100 verletzt wurden. Das achtstündige Terrordrama hatte Pakistan geschockt, weil die Taliban in der Region an der Grenze zu Indien bisher kaum operierten. „Ja, wir haben die Attacke verübt“, teilte Mehsud über Handy Reportern mit und prahlte damit, die Welt bald mit einem Anschlag auf Washington zu „verblüffen“. Experten bezweifeln aber, dass Mehsuds Stammesmilizen zu einem solchen Anschlag in der Lage sind. chm

RUSSLAND

Chodorkowski kritisiert

neuen Prozess als sinnlos

Moskau - Der Kremlkritiker und frühere russische Ölmagnat Michail Chodorkowski hat den neuen Prozess gegen ihn als sinnlos zurückgewiesen. Er schlage vor, das Verfahren zu beenden, sagte Chodorkowski in seiner Stellungnahme am Dienstag vor Gericht in Moskau. „Es gibt kein Geld mehr, das uns abgenommen werden kann.“ Chodorkowski zeigte sich resigniert. „Was mich persönlich angeht, ich habe das alles satt“, sagte der hinter Panzerglas sitzende Angeklagte. AFP

PHILIPPINEN

Ausnahmezustand

im Süden des Landes verhängt

Manila - Nach der Entführung von drei Rotkreuzmitarbeitern auf den Philippinen hat die Regierung den Ausnahmezustand auf einer Insel im muslimischen Süden des Landes verhängt. Die Terrorgruppe Abu Sayyaf hatte am Dienstag erneut mit der Enthauptung einer der Geiseln gedroht und der Regierung eine Frist für den Abzug nahezu aller Soldaten und Polizisten von der Insel Jolo gesetzt. Die Regierung ordnete eine Ausgangssperre und militärische Kontrollen an. Die Armee kämpft seit Jahren gegen muslimische Separatisten im Süden der überwiegend katholischen Philippinen. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar