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Richard von Weizsäcker

Im Grunde ist er der ewige Bundespräsident Deutschlands und, weil er so einen großen Schatten wirft, ein Unglück für alle, die nach ihm kommen. Er hat diesen Job am perfektesten hinbekommen, das ist klar. Heute führt er uns, beschienen von der untergehenden Sonne, als Zugabe auch noch die perfekte Verkörperung des Elder Statesman vor. Er berät, sitzt in Kommissionen, auf Podien, im Fernsehen, mein Gott, er berät sogar die „Japan Art Association“ in Fragen der Kunst. Weizsäcker war härter als de Mazière. Aber nicht hart wie Kohl. Die Frage, ob einer, der so schön reden, so gepflegt zuhören und so überzeugend umhergehen kann, nicht auch ein guter Kanzler geworden wäre, muss Richard von W. so manches Mal durch den Kopf gegangen sein, wenn er neben Kohl stand. Auch in diesem Moment, hier oben auf dem Balkon?

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