Nachruf : Werner Maihofer: Der Vater der Freiburger Thesen

Der Name Werner Maihofer steht für den Wandel der FDP von einer deutsch-nationalen, konservativ ausgerichteten hin zu einer eher sozial-liberal orientierten Rechtsstaatpartei. Jetzt starb Maihofer. Ein Nachruf.

Gerd Appenzeller
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Werner Maihofer.Foto: dpa

Die erneuerte FDP ging 1969 mit der SPD eine Koalition ein, die dem sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten Willy Brandt eine Mehrheit im Bundestag sicherte.

Zusammen mit dem Publizisten Karl-Hermann Flach und dem Soziologen Ralf Dahrendorf legte der 1918 in Konstanz geborene Jurist Maihofer mit den „Freiburger Thesen“ die geistig-politische Grundlage für die Neuorientierung der FDP in der bundesdeutschen Parteienlandschaft. Dieses Papier wurde im Oktober 1971 beim Freiburger Parteitag der Liberalen vorgestellt.

Bundesweit bekannt geworden war Maihofer 1968, als er sich zusammen mit dem Philosophen Ernst Bloch an der Evangelischen Akademie Bad Boll zu einer öffentlichen Diskussion mit dem Studentenführer Rudi Dutschke bereitfand. 1972 wurde der vormalige Hochschullehrer an den Universitäten Saarbrücken und Bielefeld erst Minister für besondere Aufgaben, dann Bundesinnenminister. Als es bei der Fahndung nach den Mördern von Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer Pannen im Polizeiapparat gab, trat Maihofer zurück. Wie am Montag bekannt wurde, ist Maihofer bereits vor zwei Wochen kurz vor seinem 91. Geburtstag gestorben.

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