Politik : Nachträglich

Robert von Rimscha

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Jetzt hat die erste richtige Politikwoche 2004 begonnen. Gestern haben sich deshalb nicht nur Millionen Bundesbürger ein nachträgliches „Gutes neues Jahr!“ gewünscht, sondern auch Fraktions- und Parteimitarbeiter, Abgeordnete und Ministeriale. Nun gibt es Menschen, bei denen fällt in die feierliche Hochsaison von Weihnachten bis Neujahr auch noch etwas Privates: der Geburtstag. Die FDP ist hiervon besonders gebeutelt, hat sie doch einen Parteichef, der am 27.12. geboren wurde (Guido Westerwelle) und einen Fraktionschef, der am 31.12. das Licht der Welt erblickte (Wolfgang Gerhardt). Dies sind also Menschen, denen in der ersten Arbeitswoche des neuen Jahres Sätze entgegenschlagen wie: „Schönes neues Jahr! Ach ja, wünsche fröhliche Weihnachten gehabt zu haben! Und natürlich nachträglich alles Gute zum Geburtstag!“ Und die, die das sagen, wenden sich dann ab und denken: Die Armen! Geburtstag Ende Dezember! Immer zu kurz gekommen!

Dabei haben die Eltern solcher Jahresendkinder meist alles getan, um dem Eindruck des Zu-kurz-Kommens entgegenzuwirken. Sie haben zweimal innerhalb kürzester Zeit, zu Weihnachten und zum Geburtstag, Berge von Geschenken übergeben, Berge, die so hoch waren, dass sie jeden Verdacht unter sich begruben, hier seien die Gaben für einen Anlass einfach gestückelt worden. Kompensatorische Geschenk-Maximierung als Trost für den vor allem für Teenies dämlichen Umstand, dass alle Kumpel Skifahren sind und es daher mit dem Feiern schwierig ist. Wolfgang Gerhardt wurde übrigens gerade 60 Jahre alt. Am nächsten Montag wird im Bundestag gefeiert. Wenn die Skifahrer zurück sind.

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