Nachwahl : Erfolg für Gordon Brown in Schottland

Gordon Brown im Aufwind: Nach Monaten im Umfragetief kann seine Labour-Partei überraschend eine wichtige Nachwahl für sich entscheiden. Vor allem Browns Führung in der Finanzkrise brachte ihm offenbar Pluspunkte ein. Eine Trendwende?

Gordon Brown
Gordon Brown. -Foto: dpa

LondonNach mehreren Schlappen bei Kommunal- und Nachwahlen hat die Labour-Partei des britischen Premierministers einen wichtigen Sieg errungen. Bei der Nachwahl zum Unterhaus im schottischen Wahlkreis Glenrothes gewann die Partei am Donnerstag überraschend mit einem komfortablen Vorsprung von 6737 Stimmen. Damit konnte der Kandidat Lindsay Roy den Sitz für Labour halten und sich gut gegen den Bewerber der schottischen Nationalisten-Partei SNP durchsetzten. Die konservativen Tories landeten vor den Liberaldemokraten auf Platz drei. Die Nachwahl war nach dem Tod des bisherigen Labour-Abgeordneten notwendig geworden.

Für Brown und Labour ist es ein sehr wichtiger Sieg, da die Partei seit etwa einem Jahr in Umfragen auf historischen Tiefstständen dümpelte. Eine Niederlage in Glenrothes wurde vor kurzem noch als unvermeidbar angesehen. Glenrothes grenzt an Browns eigenen Wahlbezirk. Ein Verlust des Sitzes wäre deshalb auch eine persönliche Schlappe für den Schotten Brown gewesen, der sich im September noch mit einer Revolte in seiner eigenen Partei konfrontiert sah. "Das ist eine sehr starke Bestätigung für Gordon Brown in diesen wirtschaftlich schweren Zeiten", sagte auch Schottland-Minister Jim Murphy.

Spätestens 2010 Neuwahlen

Brown, der das Amt im Juni 2007 von Tony Blair übernommen hatte, konnte in den letzten Wochen wieder zulegen. Vor allem seine Führung in der Finanzkrise brachte ihm anscheinend Pluspunkte ein. "Die Menschen sind bereit, Regierungen zu unterstützen, die handeln, aber weniger bereit, Leute zu unterstützen, die keine Ahnung haben, wie sie Probleme lösen können", sagte er. Der Premierminister wollte sich allerdings nicht zu der Frage äußern, ob Labour jetzt auf Kurs sei, um die nächsten Parlamentswahlen zu gewinnen. Die "ungeteilte Aufmerksamkeit" der Regierung gelte der Finanzkrise, sagte Brown. In Großbritannien müssen bis spätestens 2010 Wahlen ausgerufen werden.

Eine Niederlage ist das Wahlergebnis für die Nationalisten der SNP, die seit Monaten starken Zulauf verzeichnet hatten, und den schottischen Ministerpräsidenten Alex Salmond. Die Partei setzt sich für eine Unabhängigkeit von London ein. Da allerdings in den vergangenen Wochen mit HBOS und der Royal Bank of Scotland gleich zwei Banken aus der Region im Norden des Königreichs von der Regierung in London aufgefangen werden mussten, hat sich die Stimmung in Schottland anscheinend etwas gedreht. (nis/dpa)

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