Naher Osten : Die Arabische Liga will zwischen Hamas und Fatah vermitteln

Die beiden großen verfeindeten Palästinensergruppen sind zu einer Versöhnung bereit. Als Vermittler soll die Arabische Liga dienen.

Gaza/Dakar/Tel AvivEin Jahr nach der gewaltsamen Machtübernahme der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen wollen die zwei großen Palästinensergruppen ihren Streit beilegen. Vertreter von Hamas und der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas erreichten aber nach eigenen Angaben vom Sonntag auf einem dreitägigen Treffen im senegalesischen Dakar keinen Durchbruch.

Arabische Zeitungen wie die "Al-Khaleej" berichteten unter Berufung auf palästinensische Politiker, nun würden sich Ägypten, Katar, Saudi-Arabien und Syrien in die Vermittlungsbemühungen einschalten wollen. So sollen die Gespräche zwischen Hamas und Fatah Mitte Juli bei der Arabischen Liga in Kairo beginnen. Die Hamas hatte nach heftigem Kampf mit der Fatah im Juni 2007 die Kontrolle im Gazastreifen übernommen. Daraufhin löste Präsident Abbas die Regierung der nationalen Einheit auf und entließ Hamas-Premier Ismail Hanija.

Abbas war am Mittwoch von der Forderung abgerückt, Hamas müsse vor einer Aussöhnung die Kontrolle über den Gazastreifen aufgeben. Er zeigte sich auch zu vorgezogenen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bereit.

Die Fatah hat Abbas laut dem palästinensischen Verhandlungsführers Ahmed Kureia erneut zum Präsidentschaftskandidaten gekürt. Offiziell endet seine Amtszeit am 25. Januar 2009. Aus Abbas' Umfeld hieß es bislang, er könnte bei einem Scheitern der Friedensgespräche mit Israel auf eine zweite Amtszeit verzichten. Nun gibt es aber laut Kureia Fortschritte bei diesen Verhandlungen. Beide Seiten hätten beschlossen, mit einem Entwurf für ein Abkommen zu beginnen. Jedoch bestehe keine Einigkeit in allen Punkten. Israel und die Palästinenser führen seit dem 14. Januar nach siebenjähriger Unterbrechung wieder Friedensgespräche. Noch vor Ende der Amtszeit von US-Präsident George W. Bush wird eine Rahmenvereinbarung angestrebt. Zu den strittigsten Fragen gehören die Grenz-, Flüchtlings- und Jerusalemfrage sowie Sicherheitsgarantien für Israel. (dpa)

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