Politik : Naher Osten: Israel will weitere CIA-Mitarbeiter als Beobachter zulassen

Israelische Soldaten haben am Montag nach eigenen Angaben einen Palästinenser bei der Vorbereitung eines Selbstmordanschlags getötet. Der Mann habe eine Bombe bei sich gehabt und sei der Partner eines am Sonntag in Haifa festgenommenen Aktivisten, sagte ein Sprecher von Ministerpräsident Ariel Scharon, Raanan Gissin. Gissin sagte weiter, der Palästinenser sei auf dem Weg zu einem geplanten Anschlag aufgegriffen und getötet worden. Nähere Einzelheiten nannte er nicht. Am Sonntag hatte die Polizei in Haifa einen Mann festgenommen, in dessen Wohnung ein aus 15 Rohrbomben bestehender Sprengsatz entdeckt wurde. Im Gazastreifen erschossen Soldaten einen weiteren, 15-jährigen Palästinenser. Die Armee teilte mit, Palästinenser hätten bei Rafah Granaten auf Soldaten geworfen. Diese hätten sich verteidigt.

Aus Angst vor Anschlägen waren die Sicherheitskräfte in höchster Alarmbereitschaft. Verteidigungsminister Binjamin Ben Elieser sagte, er könne sich nicht erinnern, dass jemals so viele Warnungen vor palästinensischen Anschlägen eingegangen seien. Nach dem Mord an drei Palästinensern in der vergangenen Woche hatten palästinensische Gruppen mit Vergeltung gedroht.

Unterdessen deutete Außenminister Schimon Peres an, Israel sei bereit, mehr Beobachter des US-Geheimdienstes CIA zu akzeptieren. Ministerpräsident Ariel Scharon sagte vor einem Parlamentsausschuss, die Zahl der zur Vermittlung entsandten CIA-Mitarbeiter könne aufgestockt werden. Einem solchen Schritt müsse Israel jedoch zuvor offiziell zustimmen.

Die G-8-Staaten hatten sich am Wochenende in Genua für eine Beobachtermission ausgesprochen, dies aber von der Zustimmung beider Seiten abhängig gemacht. Während die Palästinenser die Entsendung internationaler Beobachter bereits seit Monaten fordern, lehnte Israel dies bislang ab.

Der Außenpolitische EU-Vertreter Javier Solana rief unterdessen beide Konfliktparteien dazu auf, internationale Beobachter zu akzeptieren. Zu Beginn seiner Nahost-Reise nannte Solana in Damaskus diesen Schritt als förderlich für die Entwicklung in der Region. Die Entsendung von Beobachtern war auch das Hauptthema eines Treffens des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat mit dem saudiarabischen Kronprinzen Abdullah. Arafat bat Abdullah, auf die USA einzuwirken, damit diese Israel zu einer nachgiebigeren Haltung drängen.

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