Politik : Naher Osten: Palästinenser versuchten Anschlag auf jüdische Sportler

Ein palästinensischer Selbstmordattentäter hat sich am Montag an einem Bahnhof im Norden Israels in die Luft gesprengt und dabei zwei israelische Frauen mit in den Tod gerissen. Acht weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, wie die Polizei berichtete. Die extremistische Organisation Islamischer Dschihad bekannte sich zu der Tat. Bei dem Attentäter handele es sich um den 21-Jährigen Nidal Schaluf aus Nablus im Westjordanland, erklärte die Gruppe in Anrufen bei libanesischen Rundfunksendern.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon gab dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat die Schuld an dem Anschlag. "Es war ein grausamer, schrecklicher Angriff, der zeigt, dass die Palästinensische Autonomiebehörde sich noch nicht entschlossen hat, den Terror zu bekämpfen", sagte Scharon. Regierungssprecher Raanan Gissin kündigte eine "sofortige Antwort" Israels auf den Anschlag an.

Der Anschlag war der traurige Höhepunkt eines Tags voller Gewalt. Israelis und Palästinenser lieferten sich im Westjordanland stundenlange erbitterte Gefechte. Am Jerusalemer Stadion wurden die Leichen von zwei jungen Fatah-Mitgliedern gefunden, die möglicherweise einen Anschlag auf das am Abend beginnende Makkabäer-Sportfest planten, zu dem sich jüdische Sportler aus aller Welt in Israel eingefunden haben. In Hebron, Schauplatz der härtesten Auseinandersetzungen, rückten israelische Panzer so weit wie seit vier Jahren nicht mehr in die Stadt vor.

Unterdessen rief der palästinensische Sicherheitschef für das Westjordanland, Dschibril el Radschub, die palästinensische Seite zur Zurückhaltung auf: Anschläge in Israel schadeten den Palästinensern und nutzten nur der politischen Rechten in Israel, sagte er einer Rundfunkstation.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben