Naher Osten : Rice überraschend im Libanon

Auf ihrer Nahostreise trifft Condoleezza Rice unangemeldet in Beirut ein, um Präsident Suleiman zur Durchsetzung der Regierungsbildung aufzufordern. Gleichzeitig sichert die US-Außenministerin dem Präsidenten amerikanische Unterstützung zu.

BeirutUS-Außenministerin Condoleezza Rice ist auf ihrer Nahostreise am Montag zu einem Überraschungsbesuch in der libanesischen Hauptstadt Beirut eingetroffen, um "die libanesische Demokratie zu unterstützen", wie sie bei ihrer Ankunft erklärte. Der erste Termin galt dem neu gewählten Präsidenten Michel Suleiman in dessen Palast.

In dem Gespräch versicherte sie dem Staatsoberhaupt, die Vereinigten Staaten würden "voll und ganz" hinter seiner Präsidentschaft stehen. Zudem forderte sie ihn auf, die in Doha beschlossene Einigung zwischen Regierung und Opposition umzusetzen. Die von den USA unterstützte libanesische Parlamentsmehrheit um Ministerpräsident Fuad Siniora und die politische Opposition, die pro-iranische Partei unter Führung der schiitischen Hisbollah, hatten sich im Mai auf die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit geeinigt. Doch die Verhandlungen über die Besetzung der einzelnen Ressorts gestalten sich als langwierig und kompliziert.

Anschließend war nach Angaben aus Regierungskreisen ein Treffen mit Siniora geplant, der im Mai am Rande einer Konferenz in Ägypten mit George W. Bush zusammenkommen sollte, doch das Gespräch mit dem US-Präsidenten kurzfristig abgesagt hatte. Die Opposition ist vor allem seit dem Krieg zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel im Sommer 2006 auf Außenministerin Rice nicht gut zu sprechen, da sie in ihren Augen eine einseitige pro-israelische Haltung verfolgt. (jg/dpa/afp)

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