Politik : Nahles und Wasserhövel treten beide an

Stephan Haselberger

Berlin - Um den Posten des SPD-Generalsekretärs werden an diesem Montag im Parteivorstand zwei Kandidaten kandidieren. Wie SPD-Chef Franz Müntefering am Sonntagabend nach der Sitzung des Präsidiums in Berlin mitteilte, stellen sich sowohl sein Vertrauter Kajo Wasserhövel als auch die Partei-Linke Andrea Nahles zur Wahl. Einen Tag vor der entscheidenden Sitzung hatten führende Sozialdemokraten Nahles zum Verzicht aufgefordert. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ludwig Stiegler appellierte im Tagesspiegel an Nahles, „nicht gegen das Votum des Parteivorsitzenden anzutreten“. Müntefering wollte dem SPD-Vorstand den bisherigen Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel vorschlagen. Das Spitzengremium beschließt an diesem Montag seine Personalempfehlung an den SPD-Bundesparteitag, auf dem Mitte November in Karlsruhe die SPD-Führungsriege neu gewählt wird.

SPD-Vorstandsmitglied Susanne Kastner hatte vor einer Kampfabstimmung im Vorstand gewarnt. Die stellvertretende Bundestagspräsidentin sagte: „Das ist schlecht für alle Beteiligten und damit für die SPD. Nahles sollte uns das ersparen.“ Stiegler rief Nahles dazu auf, sich andere Aufgabenschwerpunkte zu suchen. „Es gibt genug Arbeit und genug Profilierungsmöglichkeiten an anderen Stellen, etwa in der Fraktion und im Parteipräsidium.“ Der Sprecher der SPD-Rechten, Johannes Kahrs, brachte einen möglichen Rücktritt Münteferings ins Spiel. Alle Beteiligten müssten sich die Folgen einer Abstimmungsniederlage seines Kandidaten Wasserhövel klar machen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Parteivorsitzender sich in einer solchen elementaren Frage im Vorstand überstimmen lässt, ohne die Konsequenzen zu ziehen“, sagte Kahrs. Die SPD könne es sich mitten in den Koalitionsverhandlungen nicht leisten, „unseren Parteivorsitzenden zu schwächen“, sagte Kahrs.

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