Nahost : Anschlag auf israelischen Grenzposten

Es ist der schwerste Sprengstoffanschlag auf einen Grenzübergang zum Gazastreifen seit dem Sommer 2005: Bei dem Attentat auf den Posten Kerem Schalom kommen drei militante Palästinenser ums Leben - 16 israelische Soldaten werden verletzt, einer davon schwer.

Kerem Schalom
Israelischer Soldat. Wurde beim Anschlag auf den Grenzübergang Kerem Schalom verletzt. -Foto: AFP

Gaza/Tel Aviv Vor dem Sprengstoffanschlag auf den Grenzübergang waren bei einem israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen ein Mitglied der radikalislamischen Hamas-Organisation getötet und zwei weitere verletzt worden. Der Anschlag ereignete sich nur wenige Stunden vor Beginn des jüdischen Pessach-Festes, das an den Auszug der Juden aus Ägypten erinnert.

Die Hamas, die seit Mitte Juni vergangenen Jahres den Gazastreifen kontrolliert, bekannte sich zu dem Anschlag auf den Grenzübergang Kerem Schalom im südlichen Gazastreifen. Nach Angaben des Sprechers des militanten Armes der Organisation, Abu Obeida, waren drei mit Sprengstoff präparierte Fahrzeuge beteiligt.

Mehrere hundert Kilogramm Sprengstoff

Eine Armeesprecherin bestätigte den zweiten Anschlag auf Kerem Schalom innerhalb von zwei Tagen. Die Angreifer hätten dazu zwei Jeeps so hergerichtet, dass sie wie israelische Armeefahrzeuge ausgesehen hätten. Bei der Explosion des ersten Fahrzeuges sei ein Loch in den Grenzzaun gerissen worden. Ein zweites mit Sprengstoff präpariertes Fahrzeug sei dann neben israelischen Armeefahrzeugen explodiert.

Nach Angaben der Sprecherin haben Angreifer nie zuvor seit dem israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen im Sommer 2005 eine solche Menge an Sprengstoff genutzt. Die Armee gehe von mehreren hundert Kilogramm aus. Es handle sich um den fünften Anschlag auf einen Grenzübergang in den vergangenen zehn Tagen.

Erst am Donnerstag war bei einem Anschlag auf Kerem Schalom ein Palästinenser getötet worden, ein zweiter wurde verletzt. Nach Armeeangaben passieren rund 200 Fahrzeuge mit humanitären Hilfsgütern jede Woche den Grenzübergang.

Hamas will Blockade Israels brechen

Die Hamas hat die Militäroperation vom Samstag nach eigenen Angaben "Warnung vor der Explosion" genannt. Ziel sei es, die seit Mitte Juni vergangenen Jahres anhaltende Blockade Israels zu brechen. Vor dem Grenzübergang Erez im nördlichen Gazastreifen protestierten nach Augenzeugenberichten rund 200 palästinensische Frauen friedlich gegen die Abriegelung.

Israel hat die international umstrittenen Sanktionen unter anderem wegen des fortwährenden Raketenbeschusses durch militante Palästinenser verhängt. Nach Armeeangaben sind seit Jahresbeginn rund 1500 selbstgebaute Raketen aus dem Gazastreifen auf israelische Grenzgemeinden abgefeuert worden. Israel hat aus Furcht vor Anschlägen während des Pessach-Festes sowohl den Gazastreifen als auch das Westjordanland abgeriegelt. (ck/dpa)

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