Nahost : Ausländer sollen Gazastreifen verlassen

Palästinensische Sicherheitskräfte haben Ausländer angesichts des andauernden Chaos zum Verlassen des Gazastreifens aufgefordert. Es werden weitere Entführungen befürchtet.

Gaza - "Wir haben internationale Einrichtungen im Gazastreifen gebeten, ihre ausländischen Mitarbeiter aus Furcht vor weiteren Entführungen abzuziehen", sagte ein ranghohes Mitglied der Polizeikräfte von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Er sprach von Geheimdienstwarnungen vor geplanten Entführungen von Ausländern insbesondere aus Europa und den USA.

Ein am Montag von maskierten Palästinensern entführter peruanischer Fotograf der französischen Nachrichtenagentur AFP wurde am Mittwoch weiter vermisst. Mehrere palästinensische Fraktionen, darunter die radikalen Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad, haben die Entführung von Jaime Razuri verurteilt und seine Freilassung gefordert.

Ein 23 Jahre altes Mitglied der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wurde nach Augenzeugenberichten in Bet Lahia von einem Scharfschützen getötet. Familienmitglieder warfen Hamas vor, für die Tat verantwortlich zu sein. Bei einer Explosion in Gaza wurde ein Mitglied des militärischen Hamas-Arms schwer verletzt. Er sei dabei gewesen, einen Sprengsatz zu bauen, hieß es aus palästinensischen Kreisen.

Israelin nach zwei Jahren Haft entlassen

Eine israelische Frau, die wegen Hilfe für militante Palästinenser verurteilt worden war, wurde unterdessen nach zwei Jahren Haft entlassen. Eine Sprecherin der israelischen Gefängnisbehörde bestätigte am Mittwoch, Tali Fahima sei nach Verbüßung von zwei Dritteln ihrer Haftstrafe wieder frei. Fahima, die sich selbst als Friedensaktivistin sieht, hatte 2004 im Flüchtlingslager von Dschenin (Westjordanland) Kontakt mit dem örtlichen Anführer des militärischen Fatah-Flügels Al-Aksa-Brigaden, Sakaria Subeidi. Fahima hatte in einer Übereinkunft mit der Staatsanwaltschaft zugegeben, einem "feindlichen Agenten" Informationen übergeben zu haben. (tso/dpa)

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