Politik : Nahost: Die Armee klagt an

Die israelische Armee wird jetzt erstmals seit dem Beginn des Palästinenser-Aufstands vor 14 Monaten einen eigenen Soldaten wegen der Tötung eines Palästinensers vor ein Militärgericht stellen. Ein Offizier hatte am 13. Oktober des vergangenen Jahres in einem Dorf im Westjordanland einem Soldaten befohlen, Warnschüsse auf einen Palästinenser abzufeuern, der auf einem Esel vorbei geritten war. Der "Warnschuss" des Soldaten habe das Opfer jedoch tödlich am Kopf getroffen, berichtete die israelische Tageszeitung "Haaretz" am Donnerstag.

Die Palästinenser haben der israelischen Armee wiederholt übermäßige Gewaltanwendung vorgeworfen. Nach offiziellen israelischen Angaben wurden seit Beginn des Aufstandes in mehr als 150 Fällen Untersuchungen gegen Soldaten wegen übermäßiger oder unnötiger Gewaltanwendung gegen Palästinenser eingeleitet. In lediglich fünf Fällen soll nach Angaben von "Haaretz" in Kürze über eine Anklage entschieden werden. Einer der Beschuldigten soll in diesem Jahr in Nablus im Westjordanland eine 20-jährige Frau ohne jeden Grund erschossen haben. Seit Beginn des Aufstandes sind mehr als 800 Palästinenser und über 200 Israelis getötet worden. Mehr als 20 000 Menschen wurden verletzt.

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