Politik : Nahost: Dschihad bekennt sich zu Anschlag auf israelisches Cafe

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Ein palästinensischer Selbstmordattentäter hat sich am Sonntag bei einem Bombenanschlag auf ein Restaurant nahe der israelischen Hafenstadt Haifa in die Luft gesprengt und nach Polizeiangaben 15 Menschen verletzt, die meisten von ihnen nur leicht. Die extremistische Organisation Islamischer Dschihad bekannte sich zu der Tat. Derweil verschärften die israelischen Behörden ihr Vorgehen gegen palästinensische Einrichtungen in Ostjerusalem. An diesem Montag droht eine weitere Zuspitzung der Lage, da die Palästinenser einen "Tag des Zorns" angekündigt haben.

Ersten Ermittlungen zufolge zündete der Attentäter seinen Sprengsatz auf der Terrasse des "Wall Street Cafe" in Kirjat Motskin, einem Vorort von Haifa, rund 80 Kilometer nördlich von Tel Aviv. Offenbar ist es der Tatsache, dass er nicht in das Innere des Cafes eindrang, zu verdanken, dass bei dem Anschlag außer dem Attentäter keine weiteren Menschen ums Leben kamen. Sofort nach Bekanntwerden des Anschlages wurden alle offiziellen palästinensischen Gebäude aus Furcht vor einem militärischen Vergeltungsschlag von Israel geräumt.

Erst am Donnerstag waren bei einem Anschlag auf eine Pizzeria in Jerusalem 15 Menschen, darunter der Attentäter, getötet und fast 100 verletzt worden. Bei diesem Anschlag hatte der Täter den Sprengstoff im Inneren gezündet, wo die Nägel und Splitter der Bombe ihre volle zerstörerische Wirkung erreichen konnten. Israel reagierte mit der Besetzung des Orienthauses in Jerusalem, der inoffiziellen PLO-Vertretung. Am Sonntag riegelte die Polizei das palästinensische Zentrum für Telekommunikation im Jerusalemer Vorort Abu Dis ab.

Der palästinensische Präsident Jassir Arafat verlangte ein Eingreifen der internationalen Gemeinschaft. Parlamentspräsident Ahmed Kureia sagte: "Israel hat die Schlacht um Jerusalem eröffnet. Wir werden nicht vergessen, bis sie sich von jedem Zentimeter aus Jerusalem zurückziehen." Der israelische Minister für öffentliche Sicherheit, Usi Landau, sagte dagegen, mit der Besetzung des Orienthauses zementiere Israel seinen Anspruch auf die gesamte Stadt. Scharfe Kritik an der Besetzung der inoffiziellen Vertretung der PLO in Jerusalem kam auch aus dem Ausland. US-Außenamtssprecher Richard Boucher erklärte, die Besetzung bedeute eine politische Eskalation.

Die palästinensische Polizei nahm unterdessen den mutmaßlichen Hintermann des Bombenattentats von Jerusalem fest. Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, handelt es sich um ein Mitglied der militanten Hamas-Organisation. Der Mann soll den Selbstmord-Attentäter nach Jerusalem geschickt haben.

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