Nahost : Erstes Treffen Israels mit Abbas

Die israelische Regierung hat erstmals seit dem Wahlsieg der radikal-islamischen Hamas wieder Gespräche mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas aufgenommen. Abbas traf die israelische Außenministerin Zipi Liwni.

Scharm el Scheich/Tel Aviv - Die israelische Regierung beschloss unterdessen am Sonntag, einbehaltene Gelder der Palästinenser in Höhe von umgerechnet neun Millionen Euro für medizinische Zwecke freizugeben.

Das Geld, das aus eingefrorenen Steuer- und Zolleinnahmen der Palästinenser stammt, soll allerdings nicht direkt ausgezahlt werden. Israel wolle stattdessen Nahrungsmittel und Medikamente im entsprechenden Wert an die palästinensische Bevölkerung übermitteln, hieß es. Israel hatte den Transfer von monatlich etwa 40 Millionen Euro an die Palästinenser im Februar nach dem Wahlsieg der Hamas ausgesetzt, weil diese zur Zerstörung Israels aufruft. Der israelische Minister für Infrastruktur, Benjamin Ben-Elieser, betonte am Sonntag in Scharm el Scheich, er sehe «keinerlei Chancen für Gespräche mit der Hamas-Bewegung, solange diese Israel nicht zur Kenntnis nimmt».

Die Gewalt in den Palästinensergebieten dauerte am Wochenende an. In Nablus wurde am Sonntag eine Palästinenserin bei einem Militäreinsatz tödlich verletzt. Am Samstag waren bei der gezielten Tötung eines militanten Palästinenserführers in Gaza drei unbeteiligte Menschen getötet worden, ein vierjähriges Kind sowie dessen Mutter und Großmutter. Die israelische Luftwaffe hatte Raketen auf das Fahrzeug von Mohammed Dahduh abgefeuert. Das führende Mitglied der radikalen Gruppe Islamischer Dschihad galt als Experte für die Herstellung von Kleinraketen.

Bei einer starken Explosion in Gaza wurde am Samstag der palästinensische Geheimdienstchef Tarek Abu Radschab verletzt. Ein Leibwächter wurde getötet. Die Ursache war zunächst unklar. Möglicherweise zündete einer der Leibwächter Radschabs versehentlich eine Handgranate.

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert reiste unterdessen am Sonntag zu politischen Gesprächen in die USA. Bei Treffen mit Außenministerin Condoleezza Rice am Montag und mit Präsident George W. Bush am Dienstag will er für Unterstützung für seinen Plan zu einem weiteren Teilabzug aus dem Westjordanland werben. (tso/dpa)

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