Nahost : Fünf Briten im Irak entführt

In Bagdad sind erneut fünf ausländische Arbeiter verschleppt worden; bei ihnen handelt es sich um britische Staatsbürger. Ungeachtet der Entführungen funktioniert der Handel mit Bagdad aber offenbar so gut wie seit Jahren nicht.

London - Im Irak sind nach Angaben des Londoner Außenministeriums fünf britische Staatsangehörige entführt worden. "Wir können bestätigen, dass eine Gruppe von fünf Briten bei einem Vorfall am Finanzministerium im Zentrum Bagdads verschleppt wurde", sagte ein Ministeriumssprecher. Der Vorfall habe sich um 11.40 Uhr Ortszeit ereignet. Vertreter der britischen Botschaft in Bagdad stünden in der Angelegenheit in engem Kontakt mit den irakischen Behörden.

Eine Sprecherin der kanadischen Sicherheitsfirma Garda sagte, vier der fünf Entführten seien Mitarbeiter ihres Unternehmens. "Ich kann bestätigen, dass sie für Garda World arbeiten", sagte die Sprecherin Nathalie de Champlain. Bei einem der Entführten handelte es sich um einen ebenfalls aus Großbritannien stammenden Mitarbeiter der US-Beratungsfirma Bearing Point, wie eine Firmensprecherin der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Zuvor hatten Berichte aus irakischen Sicherheitskreisen für Aufregung gesorgt, wonach vier Deutsche in Bagdad entführt worden seien. Das Auswärtige Amt bestätigte diese Berichte jedoch nicht.

Handel mit Bagdad wächst

Trotz der Gefahr von Entführungen funktioniert der Handel zwischen Deutschland und dem Irak nach einem Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" so gut wie seit Jahren nicht mehr. So seien im vergangenen Jahr Waren im Wert von 368 Millionen Euro in den Irak exportiert worden. 2003 waren es demnach nur gut 200 Millionen Euro gewesen. Die "WAZ" beruft sich auf eine Untersuchung des Statistischen Bundesamtes. Wichtigstes Export-Bundesland ist demnach Nordrhein-Westfalen.

Begehrt sind dem Bericht zufolge vor allem Maschinen, Elektrotechnik und chemische Erzeugnisse aus Deutschland. Aber auch deutsches Bier sei in dem muslimischen Land gefragt. Die Bitburger-Brauerei liefere jedes Jahr 350 Hektoliter in Dosen und Flaschen nach Irak. "Besonders beliebt ist Köstritzer Schwarzbier", sagte eine Bitburger-Sprecherin der "WAZ". Die Leverkusener Bayer AG exportiert demnach jährlich Produkte in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe in den Irak. Dazu gehörten Schädlingsbekämpfungsmittel und pharmazeutische Produkte. (tso/dpa/AFP)

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