Politik : Nahost-Gipfel: Auf des Messers Schneide? Wo denn sonst! (Kommentar)

mal.

Dramatik im Minutentakt. Um 15 Uhr 26 MEZ titelt am Mittwoch die Nachrichtenagentur Associated Press (AP): "Friedensverhandlungen auf des Messers Schneide". In derselben Minute schreibt Agence France-Press (AFP): "Nahost-Gipfel in Camp David offenbar gescheitert". Wenige Sekunden später heißt es bei dpa: "US-Sprecher dementiert Abreise Baraks". Und so stehen auch die folgenden Zeilen unter dem Vorbehalt, dass die Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern scheitern, wider alle Vernunft. Wahrscheinlich aber ist das nicht. Weder Ehud Barak, noch Jassir Arafat können den amerikanischen Präsidenten derart düpieren. Denn Bill Clinton hat all sein verbliebenes Gewicht in die Waagschale geworfen, um das Ende seiner Amtszeit mit einem Erfolg zu krönen. Wunder allerdings darf niemand erwarten. Sollte es tatsächlich zu einer Einigung kommen, wird sie nicht das Ende des Konflikts besiegeln. Die zentralen Probleme, wie die Zukunft Jerusalems oder der genaue Grenzverlauf, werden ungelöst bleiben. Wäre das schlimm? Nein. So wie die Dinge stehen, ist etwas besser als nichts und jedes Ergebnis besser als gar kein Ergebnis.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben