Nahost : Hamas droht mit der Ermordung israelischer Minister

Die radikalislamische Hamas hat mit der Ermordung israelischer Minister gedroht, falls Israel auf hochrangige Mitglieder der Palästinenserorganisation zielt. Unterdessen fürchten die Bewohner des Gazastreifens, dass dem einzigen Kraftwerk der Region der Treibstoff ausgeht.

Gaza/Tel AvivDie Hamas wird auf die Ermordung ihrer Führer und Minister im Gazastreifen durch die israelische Armee mit gleichen Maßnahmen antworten, sagte Hamas-Sprecher Muschi el-Masri. Die israelische Regierung hatte die Hamas für den palästinensischen Anschlag auf den israelischen Grenzposten in Nachal Oz im Norden des Gazastreifens am Mittwoch verantwortlich gemacht und der Organisation mit Konsequenzen gedroht.

Bei dem Anschlag in Nachal Oz waren zwei israelische Zivilisten ums Leben gekommen. Als Antwort hat die israelische Armee seit Mittwoch mindestens 16 Palästinenser getötet. Bei verschiedenen Luft- und Bodenangriffen kamen am Freitag insgesamt neun Palästinenser ums Leben. Unter ihnen befanden sich nach palästinensischen Angaben mindestens fünf Kinder.

Unterdessen befürchten die Behörden des Hamas-kontrollierten Gazastreifens, dass das einzige Kraftwerk der Region binnen zwei bis drei Tagen wegen Treibstoffmangels abgeschaltet werden könnte. Die Anlage versorgt etwa zwei Drittel der 1,5 Millionen Einwohner des Gazastreifens. Israel hatte die Treibstofflieferungen nach dem Anschlag in Nachal Oz gestoppt. Der Grenzübergang, über den der Gazastreifen mit Treibstoff versorgt wird, soll allerdings nach israelischen Medienberichten in den kommenden Tagen wieder geöffnet werden. Die Hauptstadt Gaza sowie die Flüchtlingslager im Süden blieben schon Mitte Januar für fast zwei Tage im Dunkeln, nachdem das Kraftwerk wegen fehlender Lieferungen abgeschaltet werden musste. (saw/dpa)

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