Nahost : Israel besorgt über iranisches Raumfahrtprogramm

Israel zeigt sich beunruhigt über den Start der iranischen Trägerrakete "Safir Omid". Ob es sich bei dem Manöver um eine militärische Strategie oder Raumfahrt-Show handeln soll, darüber sind sich Experten noch nicht einig.

Trägerrakete
Übertragung im iranischen Fernsehen: "Safir Omid" auf dem Weg ins All. -Foto: AFP

Tel AvivDer Start einer iranischen Trägerrakete ins All hat in der israelischen Öffentlichkeit gemischte Reaktionen von Besorgnis bis zum Herunterspielen möglicher Gefahren ausgelöst. Während einige israelische Experten am Montag ihre Landsleute vor Angstmache und Panik warnten, ist aus Sicht von Kommentatoren ein weiterer Teil der strategischen Bedrohung Israels durch Iran sichtbar geworden.  US-Regierungssprecher Gordon Johndroe zeigte sich bestürzt. "Dass die Iraner Raketen entwickeln und testen ist beunruhigend und wirft Fragen über ihre Absichten auf".

Der israelische Rundfunk zitierte einen Regierungsbeamten, wonach der erfolgreiche Test der weiterentwickelten Trägerrakete vom Typ "Safir Omid", Hoffnungsbote, kein Grund zur Panik bedeute. Der Test sei eher eine Warnung für Europa als für Israel, das sich bislang schon in Reichweite iranischer Raketen befunden habe. "Wer einen Satelliten ins All schießen kann, kann auch schwere Last an sehr weit entfernte Orte bringen", wird der Experte zitiert.

Raumfahrt-Show oder militärische Strategie?

Der Abgeordnete der Kadima-Partei und ehemalige Direktor der israelischen Raumfahrtbehörde, Jizhak Ben-Israel, sagte dem Rundfunk, dass Iran sowohl die USA als auch Israel von einem Angriff auf die eigenen Atomanlagen abhalten wolle. Deshalb spiele "die übertriebene Angst" in der israelischen Öffentlichkeit in die Hände der Führung in Teheran. Die Tageszeitung "Maariv" zitiert Raumfahrtexperten, wonach es sich bei dem Raketenstart um eine Raumfahrt-Show handle und Iran noch weit davon entfernt sei, einen Satelliten zu bauen und ins All zu schießen.

Israelische Experten beunruhigte am meisten, dass wieder ein Stück aus einem riesigen Puzzle der strategischen Bedrohung sichtbar geworden sei, kommentiert die Tageszeitung "Jediot Achronot". Jeder, der noch daran glaube, mit einem oder zwei Luftschlägen die iranische Infrastruktur zerschlagen zu können, mache sich Illusionen." (fg/dpa)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben