Politik : Nahost: Israel fordert UN-Beobachter an Grenze zu Libanon

Israel hat die Vereinten Nationen aufgefordert, UN-Beobachter in einem umstrittenen Gebiet an der Grenze zu Libanon und Syrien zu stationieren. Wie die Tageszeitung "Haaretz" am Dienstag berichtete, sollen damit weitere Übergriffe der schiitischen Hisbollah-Miliz auf das Gebiet der so genannten Schebah-Farmen verhindert werden. Hisbollah-Guerillas hatten zuletzt vor einer Woche mit einem Bombenanschlag auf israelischem Gebiet einen Soldaten getötet. Am 7. Oktober hatte die Hisbollah drei israelische Soldaten schwer verletzt und nach Libanon entführt.

Libanon beansprucht das Territorium für sich. Israel vertritt dagegen die Meinung, dass der Grenzstreifen im Sechs-Tage-Krieg 1967 von Syrien erobert wurde. Diese Position wird auch von den UN unterstützt. Israel hatte sich am 24. Mai nach 18-jähriger Besatzungszeit vollständig aus Südlibanon zurückgezogen. Libanon, Syrien und die Hisbollah wollen jedoch den Truppenabzug erst dann als vollständig anerkennen, wenn die Regierung in Jerusalem auch die Schebah-Farmen zurückgibt.

In den Palästinensergebieten ist es indes erneut zu Zwischenfällen gekommen. In der Nähe von Dschenin im Westjordanland wurde nach israelischen Armeeangaben in der Nacht zum Dienstag ein Militärposten beschossen. In Hebron hätten Unbekannte auf die jüdische Enklave im Herzen der Stadt gefeuert. In Gaza nahmen 3000 Menschen an der Beerdigung eines Hamas-Führers teil, der am Sonntag bei einer Bombenexplosion ums Leben gekommen war.

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