Nahost : Israel lässt 90 palästinensische Gefangene frei

Die israelische Regierung hat beschlossen, 90 palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen freizulassen. Sie gehören der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Abbas an. Abbas wird kommende Woche US-Präsident Bush treffen.

Tel Aviv/RamallahDie Maßnahme gelte als Geste gegenüber Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, berichteten israelische Medien. Die von Abbas geführte palästinensische Autonomiebehörde begrüßte den Schritt in einer Stellungnahme als "wichtig und notwendig, aber nicht ausreichend". Die Freizulassenden gehören der Fatah-Bewegung von Abbas an. Zuletzt hatte Israel Mitte Juli 255 Fatah-Angehörige aus seinen Gefängnissen entlassen. Insgesamt sind in israelischen Gefängnissen rund 11.000 Palästinenser inhaftiert. Eine Kommission der israelischen Regierung stellte eine Liste mit den Namen der freizulassenden Häftlingen zusammen, die in den nächsten Tagen veröffentlicht werden soll.

Abbas werde wird in der kommenden Woche am Rande der UN- Generalversammlung mit US-Präsident George W. Bush zusammenkommen, gab der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat am Samstag in Ramallah (Westjordanland) bekannt.  Erekat beschrieb das geplante Treffen in New York als "äußerst wichtig". Es stehe in einem direkten Zusammenhang mit den Vorbereitungen für die für November geplante Nahost-Konferenz. Diese soll die Grundlagen für einen künftigen palästinensischen Staat an der Seite Israels schaffen. Derzeit ist aber noch nicht klar, ob dabei greifbare Ergebnisse erzielt werden können. Bislang ist auch kein konkreter Termin, Teilnehmerkreis oder Themenkatalog genannt worden.

Anschlag am Jom-Kippur-Tag verhindert

Israels Sicherheitskräfte verhinderten unterdessen nach eigenen Angaben einen Terroranschlag zum Jom-Kippur-Tag, der von Millionen Juden in aller Welt an diesem Wochenende begangen wurde. Verhöre festgenommener militanter Palästinenser aus Nablus im Westjordanland hätten die Ermittler am Samstag zu einer Wohnung in Tel Aviv geführt, in der ein Sprengstoffgürtel gefunden worden sei, bestätigte eine israelische Militärsprecherin am selben Tag in Tel Aviv.

Auf Ansuchen der palästinensischen Führung genehmigte das israelische Militär die Stationierung von rund 500 palästinensischen Polizisten in Nablus. Ein Teil der palästinensischen Polizisten dürfe auch Waffen tragen, hieß es. (mit dpa)

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