Nahost : Israel plant Sicherheitszone

Israel denkt über die Einrichtung einer Sicherheitszone im Südlibanon nach, falls keine multinationale Truppe in die Region entsendet wird. Der Süden Beiruts wurde erneut bombardiert.

Beirut/Jerusalem/Ramallah - Über die Ausmaße einer möglichen Sicherheitszone wollte Verteidigungsminister Amir Perez keine Angaben machen. Dies richte sich nach den Gegebenheiten des Terrains. Israel hatte sich im Mai 2000 aus einer Sicherheitszone im Südlibanon zurückgezogen, die seit 1985 insgesamt 18 Kilometer ins Landesinnere des Libanon vorstieß.

Die israelische Luftwaffe bombardierte erneut die südlichen Vororte von Beirut. Nach einer Feuerpause von 24 Stunden flogen Kampfjets sechs Angriffe unter anderem auf das Schiitenviertel Harek Hreik, wo sich das Hauptquartier der radikalislamischen Hisbollah befindet. Die Wucht der einschlagenden Bomben war bis ins drei Kilometer entfernte Zentrum der libanesischen Hauptstadt zu spüren. Südlich von Beirut, wo rund 500.000 Schiiten leben, sind bereits mehrere Viertel komplett durch die israelische Luftwaffe zerstört.

Ihre Bodeneinsätze will die israelische Armee dagegen begrenzen. Das Militär habe nicht die Absicht, bis zu 70 Kilometer hinter die Grenze vorzustoßen, sagte Oberstleutnant Hemi Livni dem israelischen Militärrundfunk. "Wir werden uns um die Infrastruktur der Hisbollah im Süden des Libanon kümmern, die in unserer Reichweite ist." Ziel sei es, die Miliz mindestens sieben bis acht Kilometer hinter der Grenze zurückzustoßen, damit dort eine internationale Sicherheitstruppe stationiert werden könne, sagte ein Armeesprecher.

Abbas ruft zu Waffenstillstand auf

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas rief die israelische Regierung zu einem sofortigen Waffenstillstand auf. Die "Aggression" im Gazastreifen und im Westjordanland müsse beendet werden, auch im Libanon müsse "ein sofortiger Waffenstillstand" eintreten, sagte Abbas am Dienstag nach einem Treffen mit US-Außenministerin Condoleezza Rice in Ramallah. Abbas setzte sich für Verhandlungen zwischen Israel und der libanesischen Regierung ein. (tso/AFP)

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