Nahost : Israel riegelt Westjordanland komplett ab

Als Reaktion auf den blutigsten Anschlag in Israel seit mehr als einem Jahr hat die Armee die Grenze zum Westjordanland dicht gemacht.

Schule
Nach dem Anschlag gleicht die Talmud-Schule einem Schlachtfeld. -Foto: AFP

JerusalemNach dem schweren Anschlag in einer Jerusalemer Religionsschule sind mehr als zehn Palästinenser festgenommen worden. Die israelische Polizei durchsuchte am frühen Morgen in Ost-Jerusalem das Haus des 25-jährigen Attentäters und führte eine Reihe von Menschen ab, wie Eltern und Augenzeugen berichteten. Bei den Festgenommenen handelt es sich demnach um Angehörige und Freunde des Attentäters, der selbst einen israelischen Pass besaß. Die Polizei bestätigte die Angaben zunächst nicht. Ein Sprecher gab lediglich an, dass ein Auto gefunden worden sei, das "in direktem Zusammenhang mit dem Terroristen" stehe.

Als Reaktion auf den Anschlag riegelte die israelische Armee das von Israel besetzte Westjordanland vorübergehend komplett ab. Die Blockade gelte bis Samstagabend, sagte ein Armee-Sprecher. Palästinensern würde nur aus "humanitären Gründen" gestattet werden, nach Israel zu reisen. Unterdessen begannen in Jerusalem die Trauerfeierlichkeiten für die am Vortag bei einem Terroranschlag getöteten acht Menschen.

Ein palästinensischer Attentäter war am Donnerstagabend in eine der bekanntesten Religionsschulen orthodoxer Juden in Jerusalem eingedrungen und hatte wahllos um sich geschossen. Zum Tatzeitpunkt hielten sich rund 300 Studenten in der Lehreinrichtung auf. Sie wollten ein Fest zum Beginn des jüdischen Freudenmonats Adar feiern. Bei dem schwersten Anschlag in Israel seit mehr als einem Jahr starben acht Jugendliche, mindestens neun Studenten wurden verletzt. (jvo/AFP/dpa)

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