Nahost : Kämpfe im Nordlibanon wieder aufgeflammt

Wochenlang war es ruhig im Libanon, bis Sonntag. Zwischen den rivalisierenden Volksgruppen sind wieder Kämpfe ausgebrochen. Zwei Menschen wurden getötet, 30 weitere verletzt.

TripoliBei Gefechten zwischen Anhängern der pro-westlichen Parlamentsmehrheit und der pro-iranischen Opposition sind am Sonntag in der libanesischen Stadt Tripoli zwei Menschen getötet worden. Bei den Getöteten handelte es sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen um einen Polizisten und einen 22-jährigen Mann. 30 weitere Menschen wurden nach Angaben von Krankenhausärzten verletzt. Die Kämpfe begannen am frühen Sonntagmorgen am Nordrand der Küstenstadt, wie ein Sprecher der Sicherheitskräfte sagte. Nachdem sich Politiker und islamische Geistliche in der Stadt um Vermittlung bemüht hatten, griff die Armee am Mittag ein und bildete eine Art Trennungslinie zwischen den Konfliktparteien. Diese setzten unter anderem Mörser und Panzerfäuste ein.

Keine Einigung unter den Konfliktparteien

Politiker der beiden verfeindeten Lager hatten sich zwar im Mai nach mehrtägigen Kämpfen in schwierigen Verhandlungen im Golfemirat Katar auf die Wahl von General Michel Suleiman zum Präsidenten und auf die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit geeinigt. Die Regierungsbildung lässt allerdings schon seit Wochen auf sich warten, weil die Konfliktparteien bisher keine Einigung über die Besetzung der Schlüsselressorts erzielen konnten.

In Wien findet unterdessen an diesem Montag eine internationale Geberkonferenz für den Wiederaufbau des palästinensischen Flüchtlingslagers Nahr el-Bared im Nordlibanon statt. Dort waren im Mai 2007 schwere Kämpfe zwischen der Armee und einer extremistischen Gruppierung ausgebrochen, die sich des Lagers bemächtigt hatte. Zehntausende Bewohner mussten fliehen. Wie das Auswärtige Amt mitteilte, wird die Bundesregierung anlässlich der Geberkonferenz weitere sechs Millionen Euro zusagen, um die Lebensbedingungen palästinensischer Flüchtlinge im Libanon zu verbessern und damit auch zur Stabilisierung des Landes beizutragen. (sgo/dpa/AFP)

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