Politik : Nahost-Konflikt: Arafat telefoniert mit Barak

Bei einem Nahost-Krisengipfel mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin in Moskau hat Palästinenserpräsident Jassir Arafat gegenüber Israels Regierungschef Ehud Barak seinen Willen zum Frieden bekundet. Arafat habe Barak vom Kreml aus am Freitag telefonisch zugesichert, dass er alles tun werde, um die Gewalt im Nahen Osten zu beenden, sagte ein Sprecher Baraks. Arafat und Barak einigten sich laut Baraks Büro auf die Wiedereröffnung der gemeinsamen Sicherheitsbüros, die am Vortag wegen eines Anschlags im Gazastreifen geschlossen worden waren.

Die israelische Regierung will sich angesichts der Kritik aus den USA an den jüngsten Vergeltungsschlägen gegen Palästinenser mit derartigen Gewaltmaßnahmen vorerst zurückhalten. Israels Vize-Verteidigungsminister Ephraim Sneh sagte, es gehe darum, wirkungsvoll zu reagieren, nicht jedes Mal sofort zurückzuschlagen. Sneh sagte im Armeerundfunk, das israelische Sicherheitskabinett habe am Donnerstagabend grünes Licht für eine Reihe von Operationen gegeben, um Attentate zu verhindern und deren Drahtzieher zu bestrafen. Sneh war vor der Sitzung des Sicherheitskabinetts am Kontrollpunkt Eres mit Arafats Stabschef Tajeb Abdelrahim zusammengetroffen. Das Sicherheitskabinett bevollmächtigte Barak, der auch als Verteidigungsminister amtiert, ohne vorherige Konsultationen Vergeltungsangriffe gegen die Palästinenser anordnen zu können.

Der israelische Oppositionführer Ariel Scharon vom rechtsgerichteten Likud-Block lehnte Baraks Vorschlag zum Beitritt in eine nationale Notstandsregierung ab. Scharon warf dem Regierungschef seine zögerliche Politik in Sachen Sicherheit vor.

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