Politik : Nahost-Konflikt: Arafat und Barak streben Friedensvertrag an

Israel und die Palästinenser wollen den Nahost-Friedensprozess nach Angaben aus palästinensischen Regierungskreisen in den kommenden Tagen wieder in Gang bringen. Sollte es Aussichten auf weitere Verhandlungen geben, würden diese in Washington fortgesetzt, hieß es. In der Nacht zum Freitag hatten sich überraschend der israelische Außenminister Schlomo Ben-Ami und Palästinenserpräsident Jassir Arafat getroffen. Dennoch gingen in den Palästinenser-Gebieten nach Angaben beider Seiten die Unruhen weiter. Fünf Palästinenser wurden erschossen. Ben-Ami äußerte sich allerdings skeptisch über eine baldige Aufnahme von Friedensverhandlungen. "Ich sage nicht, dass wir neue Verhandlungen vereinbart haben, aber ich schließe die Möglichkeit dazu nicht aus", sagte ein Sprecher Ben-Amis. Israel hatte die Verhandlungen wegen des Aufstands in den Palästinenser-Gebieten ausgesetzt. Der französische Außenminister Hubert Vedrine sagte am Freitag nach Gesprächen mit Arafat und dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak, es bewege sich offenbar etwas in Nahost. Die Kontakte könnten zur Aufnahme wirklicher Verhandlungen führen. Von palästinensischer Seite hatte es geheißen, es werde versucht, noch vor der Ministerpräsidentenwahl in Israel, die voraussichtlich im Februar stattfindet, ein Rahmenabkommen für einen Friedensvertrag abzuschließen.

Israels Geschäftsträger in Berlin, Mordechay Lewy, schreibt Palästinenser-Präsident Arafat die zentrale Rolle im neu initiierten Friedensprozess zu. In einem Interview mit dem Tagesspiegel sagte der Interims-Botschafter, alles hänge davon ab, ob Arafat erkenne, dass "der Weg der Gewalttätigkeit eine Sackgasse" ist. Ministerpräsident Barak habe laut Meinungsumfragen in Israel nur dann eine Chance, wiedergewählt zu werden, "wenn es ihm gelingt, ein Friedenspaket zu schnüren". Lewy äußerte sich auch zum Verhältnis der Deutschen zu Israel.

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