Politik : Nahost-Konflikt: Bomben erschüttern Israel

Bei zwei Bombenanschlägen palästinensischer Extremisten innerhalb weniger Stunden sind am Dienstag in Jerusalem ein palästinensischer Selbstmord-Attentäter getötet und zahlreiche Israelis zum Teil lebensgefährlich verletzt worden. Die Explosionen ereigneten sich, während im jordanischen Amman die Staats- und Regierungschefs der arabischen Welt über Maßnahmen gegen Israel berieten und nur Stunden, nachdem ein Heckenschütze in Hebron das zehn Monate alte Kind eines jüdischen Siedlers durch einen Kopfschuss getötet hatte.

Israelische Politiker und die Medien forderten angesichts der neuen Anschlagserie Vergeltung durch die israelischen Armee gegen die Palästinenser. "Dies ist ein Krieg, und im Krieg gibt es immer schwierige Zeiten zu überstehen", meinte Jerusalems Bürgermeister Ehud Olmert. Außenminister Schimon Peres bekräftigte jedoch, die Regierung Scharon werde sich nicht provozieren lassen.

Ministerpräsident Ariel Scharon traf sich unmittelbar nach den Anschlägen mit seinen wichtigsten Ministern zu Beratungen über eine mögliche Reaktion. Israelische Politiker gehen davon aus, dass palästinensische Extremisten Israel am Tage des arabischen Gipfeltreffens in Amman zu militärischen Reaktionen provozieren wollen. Damit, so hieß es in Jerusalem, wolle Palästinenserpräsident Jassir Arafat die Solidarität des arabischen Gipfels erzwingen.

Vor den Gipfelteilnehmern in Amman verurteilte Arafat Israels "wilden Krieg" und "Staatsterrorismus". UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte, ein Friedensabkommen müsse sowohl den palästinensischen Wunsch nach Unabhängigkeit als auch die israelischen Forderungen nach Anerkennung und Sicherheit erfüllen. Die internationale Gemeinschaft sowie die arabischen Länder hätten das Recht, die "brutale Reaktion auf die Intifada" zu kritisieren.

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