Politik : Nahost-Konflikt: Die Al-Aksa-Intifada

Der Likud-Führer Ariel Scharon hatte die gegenwärtige Gewaltwelle mit seinem demonstrativen Besuch auf dem Tempelberg in Jerusalem am 28. September ausgelöst; dort steht auch die als moslemisches Heiligtum geltende Al-Aksa-Moschee. Alle bisherigen Friedensbemühungen sind gescheitert. Mal suchten Premier Barak und Palästinenser-Präsident Jassir Arafat in direkten Gesprächen nach einer Lösung, mal hochrangige Vertreter beider Seiten. Der bis Anfang Januar amtierende US-Präsident Bill Clinton hatte immer wieder mit Nachdruck versucht, zwischen Barak und Arafat zu vermitteln. Um einen Jahre dauernden gewaltsamen Konflikt zu verhindern, bot Barak den Palästinensern Anfang November vergeblich sogar einen eigenen Staat an, über dessen Grundlage auf der Basis der Autonomieverträge von Oslo (1993) allerdings friedlich verhandelt werden müsse. Bei seinem Rücktritt am 10. Dezember setzte Barak seine Hoffnung auf ein neues Mandat der Wähler für seinen Kurs. Baraks am 6. Februar gewählter Nachfolger Scharon hat die Oslo-Vereinbarungen für "tot" erklärt. Eine besondere Rückendeckung erhielt Arafat bei seiner unnachgiebigen Haltung vor allem von den arabischen Ländern, die den "Kriegstreiber" Israel für die "Al-Aksa-Intifada" verantwortlich machen.

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