Nahost-Konflikt : Dutzende Raketen auf Israel nach Stromkürzung

Nach Drosselung der Stromlieferungen in den Gazastreifen haben militante Palästinenser Israel mit dutzenden Raketen beschossen. Israel ist jedoch entschlossen, die Stromversorgung weiter zu reduzieren.

Gaza/Tel AvivWie eine israelische Militärsprecherin in Tel Aviv mitteilt, wurden insgesamt 22 selbstgebaute Kassam-Raketen und Mörsergranaten abgefeuert. Zu den Abschüssen bekennt sich unter anderem die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas, die den Gazastreifen seit Mitte Juni vergangenen Jahres kontrolliert. Israel hatte in der Nacht zum Freitag wegen des fortwährenden Beschusses die Stromlieferung in den Gazastreifen leicht gekürzt. Die international umstrittenen Kürzungen beliefen sich nach israelischen Angaben auf 0,5 Prozent der täglichen Lieferung.

Weitere Drosselung wahrscheinlich

Israel hat den rund 1,5 Millionen Palästinensern damit gedroht, in den kommenden Wochen schrittweise die Stromversorgung für den Gazastreifen um insgesamt fünf Prozent zu drosseln, falls der Raketenbeschuss nicht aufhört. Nach Angaben der Armeesprecherin feuerten militante Armeeangaben allein seit Dienstag mehr als 90 Raketen auf Israel ab. Zwölf Israelis seien verletzt worden. Nach
Armeeangaben zerstörten Soldaten im nördlichen Gazastreifen eine unterirdische Startrampe für Raketen. Mehrere Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch kritisieren die Stromkürzungen als Verletzung des internationalen Rechts. Israels Infrastrukturminister Benjamin Ben-Elieser weist die Vorwürfe zurück: "Ich kenne kein Land in der Welt, das denjenigen
Strom liefert, die auf das Kraftwerk schießen, das sie mit Strom versorgt." Der Minister reagierte damit auf  zwei aus dem Gazastreifen abgefeuerte  Raketen, die jedoch das Kraftwerk in Aschkelon verfehlt hatten.

Mit Strafmaßnahmen wie Strom- und Treibstoffkürzungen sowie Handelsbeschränkungen will Israel die rund 1,5 Millionen Palästinenser im Gazastreifen zwingen, gegen militante Gruppen und Raketenschützen vorzugehen. Nach internationalem Völkerrecht muss die radikalislamische Hamas-Bewegung als Kontrollmacht im Gazastreifen den Beschuss der israelischen Zivilbevölkerung unterbinden. (cp/dpa)

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