Politik : Nahost-Konflikt: Erste Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern

Israelis und Palästinenser haben neue Friedensverhandlungen aufgenommen. Nach der ersten Gesprächsrunde unter der Vermittlung der amerikanischen Nahostexperten Dennis Ross und Aaron Miller zeigte sich die israelische Delegation in der Nacht zum Mittwoch vorsichtig optimistisch. Eine Einigung in allen Punkten sei bei den Verhandlungen in den USA zwar nicht zu erwarten, sagte Kabinettsminister Amnon Lipkin-Schahak. In den nächsten Tagen werde sich aber zeigen, ob sich die Gegensätze überbrücken ließen. Am Dienstagabend trafen die Vermittler auf dem Luftwaffenstützpunkt Bolling südöstlich von Washington separat mit den palästinensischen Verhandlungsführern Sajeb Erakat und Jassir Abed Rabbo sowie dem israelischen Außenminister Schlomo Ben-Ami zusammen.

In Israel kündigte unterdessen der 77 Jahre alte frühere israelische Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger Schimon Peres an, bei der Direktwahl für das Amt des Ministerpräsidenten am 6. Februar gegen den amtierenden Regierungschef Ehud Barak anzutreten. Peres, der zurzeit Minister für regionale Zusammenarbeit im Kabinett Baraks ist, teilte seinen Entschluss am Mittwoch der regierenden Arbeitspartei mit. Barak hatte ihn noch am Vorabend gedrängt, auf eine Kandidatur zu verzichten, da dies seine eigenen Chancen bei den kommenden Wahlen verringern würde. Nach Angaben des israelischen Rundfunks ist Peres bereit, seine Kandidatur zurückzuziehen, falls Israel und die Palästinenser bis zum 20. Januar ein Friedensabkommen schließen.

Im Gazastreifen kam es am Mittwoch auch wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Nach Krankenhausangaben feuerten israelische Soldaten am Grenzübergang Netzarim auf einen Transporter der palästinensischen Autonomiebehörde. Eine Person sei getötet, eine weitere schwer verletzt worden. Bei Rafah wurde ein palästinensischer Junge getötet.

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