Politik : Nahost-Konflikt: Israel will Frieden und zeigt Härte

Im Nahost-Konflikt haben die Israelis widersprüchliche Signale zu ihrer Haltung gegenüber den Palästinensern gesandt. Nach Gesprächen von US-Vermittler William Burns mit beiden Seiten am Sonntag erklärte ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Scharon, Israel habe Burns seine Zustimmung zum Friedensplan der Mitchell-Kommission zugesagt, der ein Ende der Gewalt anstrebt. Am Montag rückten jedoch wieder israelische Panzer in den Gazastreifen vor.

Der Plan der internationalen Kommission unter dem Vorsitz des früheren US-Senators George Mitchell, der Israelis und Palästinensern vorgelegt wurde, sieht auch den Baustopp israelischer Siedlungen vor. Dies hat Israel bislang abgelehnt. Der Sprecher Scharons, Gissin, äußerte sich nicht direkt zu dem Baustopp, sagte jedoch am Sonntag, Israel nehme die Mitchell-Initiative an. Das israelische Fernsehen berichtete außerdem, die Treffen zwischen Sicherheitskräften beider Seiten sollten wieder aufgenommen werden.

Dennoch rückten am Montag israelische Soldaten mit Panzern und Bulldozern auf palästinensisches Gebiet vor, wie Augenzeugen berichteten. Im Gazastreifen wurde ein siebenjähriges Palästinenser-Kind durch Schüsse verletzt. Nach Krankenhausangaben eröffneten israelische Soldaten am Montag von einer israelischen Siedlung aus das Feuer auf Häuser von Palästinensern. Dabei sei das Kind am Bein getroffen worden. Es sei in einem stabilen Zustand. Nach Angaben der palästinensischen Sicherheitskräfte schossen die an der ägyptischen Grenze stationierten israelischen Armee-Einheiten außerdem in Richtung des palästinensischen Flüchtlingslagers Jebna. Dabei seien drei Häuser beschädigt worden.

Der neue US-Sondergesandte William Burns sollte unterdessen am Montag erneut mit Palästinenserpräsident Jassir Arafat zusammenkommen. Auch ein erneutes Gespräch mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon sei "am Montagabend oder am Dienstag" vorgesehen, sagte ein Sprecher von Scharons Büro.

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