Nahost-Konflikt : Israel will trotz UN-Resolution weiter kämpfen

Trotz aller Stimmen, die einen sofortigen Stopp der Kampfhandlungen fordern, geht der Krieg im Gazastreifen weiter: Zwei von drei Palästinenserorganisationen lehnen eine Waffenruhe ab - und auch Israel sieht keine Notwendigkeit, die Waffen schweigen zu lassen.

Naher Osten Raketen aus der Luft
Gazastreifen unter Beschuss. Tag 14 der Kampfhandlungen im Nahen Osten.Foto:AFP

Tel AvivIsrael will auch nach Verabschiedung einer UN-Resolution die Angriffe auf den Gazastreifen fortsetzen. Ministerpräsident Ehud Olmert erklärte am Freitag in Jerusalem: "Israel hat niemals hingenommen, dass eine Einflussnahme von außen über sein Recht zur Verteidigung seiner Bürger entscheidet". Der Raketenbeschuss am Morgen auf Südisrael zeige, dass die Resolution nicht umgesetzt werden könne und von den radikalen Palästinenserorganisationen nicht respektiert werde.

Israel und militante Palästinensergruppen haben am Freitag ungeachtet einer Resolution des Weltsicherheitsrates ihre Kämpfe im Gazastreifen fortgesetzt. Die Operation gehe weiter, sagte eine Armeesprecherin in Tel Aviv.

Militante Palästinenser feuerten im Gegenzug am Freitagmorgen mindestens 20 Raketen auf Israel ab. Der UN-Sicheheitsrat hatte zuvor per Resolution Israel und die Hamas zur sofortigen Waffenruhe im Gazastreifen aufgerufen. Aus Furcht vor gewaltsamen Demonstrationen nach dem Freitagsgebet hat Israel das Westjordanland bis in die Nacht zum Sonntag abgeriegelt.

Nicht alle Palästinenser sind für Waffenruhe

Die radikalislamische Hamas, die militante Palästinensergruppe Islamischer Dschihad sowie die libanesische Hisbollah lehnten die UN-Resolution ab. Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri begründete das damit, dass in der UN-Resolution Interessen und Forderungen der Menschen in Gaza nicht berücksichtigt werden.

Dschihad-Sprecher Abu Ahmad sagte, die Resolution sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben, weil sie von Israel nicht ein Ende der Blockade und die Öffnung aller Grenzübergänge verlange. Dagegen begrüßte die moderate Palästinenserführung in Ramallah die UN-Resolution und rief Hamas dazu auf, diese zu erfüllen.

Kampf seit zwei Wochen

Israel setzte die Militäroffensive am 14. Tag in Folge fort und griff in der Nacht über 50 Ziele der radikalislamischen Hamas an. Kriegsschiffe schossen auch auf Raketenabschussrampen in Deir el-Balah im zentralen Gazastreifen.

Bei den Angriffen wurden nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde in Gaza mindestens neun Menschen getötet. Dazu gehört auch die Familie eines Aktivisten der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas (DFLP) sowie dessen Frau und vier Kinder.

Seit Beginn der israelischen Offensive am 27. Dezember sind nach Angaben der Behörde 786 Menschen getötet und 3250 weitere verletzt worden. Israel wollte am Freitag von 11.00 Uhr an, wieder für drei Stunden eine humanitäre Feuerpause einlegen.

UN-Hilfen gestoppt

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNRWA hatte am Donnerstag allerdings die Verteilung von Hilfsgütern im Gaza-Streifen eingestellt, nachdem zwei ihrer Mitarbeiter beim israelischen Beschuss eines Hilfskonvois ums Leben gekommen waren.

Nach israelischen Angaben sind während der Militäroperation bislang neun Soldaten ums Leben gekommen. Bei den Bodenkämpfen seien in der Nacht vier Soldaten leicht verletzt worden. (hin/dpa)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar